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6 Tipps für Fotografen, die Videos drehen wollen

Videos sind gefragter denn je. Allein YouTube verzeichnet Tag für Tag eine Milliarde Stunden angeschaute Videos. Jede Minute werden 400 Stunden Videos hochgeladen. Und der Videokonsum wird auch in Zukunft weiter ansteigen. Bis 2021 dürfte er 82 Prozent des gesamten Traffics der Verbraucher im Internet ausmachen.

Diese gestiegene Nachfrage setzt die Schöpfer und Vermarkter von Video-Inhalten stärker unter Druck als je zuvor. Gleichzeitig schafft sie lukrative Geschäftsmöglichkeiten für die Anbieter von Stock-Videos.

Wenn ihr Fotografen seid und in der Welt der Stock-Videos Fuß fassen wollt, dann ist jetzt der ideale Zeitpunkt. Der Wechsel von unbewegten zu bewegten Bildern mag zunächst wie ein großer Schritt wirken, doch ein Blick auf die Spiegelreflexkamera zeigt: Sie kann problemlos hochwertige Videos drehen. Hier sind ein paar Tipps, die euch die Umstellung erleichtern sollen.

1. Bildfrequenzen verstehen

Einfach ausgedrückt: Ein Video ist nichts anderes als ein Standbild, das mehrmals pro Sekunde neu aufgenommen wird. Je mehr Aufnahmen pro Sekunde gemacht werden, desto flüssiger sieht der Film aus. Die Anzahl der pro Sekunde aufgenommenen Bilder wird als Bildfrequenz bezeichnet und in fps (frames per second = Bilder pro Sekunde) ausgedrückt. Verbreitete Bildfrequenzen sind 24 (oft auch als 23,98 bezeichnet), 25, 30 und 60 fps.

Die einzelnen Bildfrequenzen unterscheiden sich in ihrer Wirkung. 24 und 25 fps entsprechen der Bildfrequenz von Kinofilmen und sorgen für die beliebte Cinema-Qualität. 50 und 60 fps sind noch flüssiger und ähneln dem menschlichen Sehen. Sie sind ideal für schnelle Bewegungen, die man dann in Zeitlupe abspielen kann.

Die Standard-Bildfrequenzen sind nicht überall gleich. In Nordamerika, im westlichen Südamerika, in Japan und Korea werden 24, 30 und 60 fps verwendet, in Europa, dem größten Teil Asiens und Teilen Südamerikas dagegen 25 und 50 fps. Letztlich ist es eure kreative Entscheidung, welche Bildfrequenz zu eurem Motiv und zur gewünschten Ästhetik passt.

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2. Stellt den Verschluss auf die Bildfrequenz ein

Bei Videoaufnahmen kann der Verschluss nicht in der gleichen Weise für die Einstellung der Belichtung verwendet werden, wie das in der Fotografie üblich ist. Da bei einer Videoaufnahme eine ganze Reihe von Belichtungen nacheinander stattfindet, ist eine gewisse Bewegungsunschärfe erwünscht, damit die Bilder nahtlos ineinander übergehen. Kurze Verschlusszeiten frieren bewegte Motive ein – genau wie bei unbewegten Bildern. Wenn solche Bilder dann zu einer Sequenz zusammengesetzt werden, sieht die Bewegung ruckelig aus, wie bei einem Daumenkino.
Faustregel: Stellt die Verschlusszeit so ein, dass ihr Kehrwert doppelt so groß ist wie die Bildfrequenz. Wenn ihr mit 30 fps aufnehmt, sollte die Verschlusszeit also 1/60 Sekunde betragen. Bei 24 fps sollte es 1/48 Sekunde sein. Und so weiter. Wenn eure Kamera eine so genaue Einstellung nicht erlaubt, dann nehmt den Wert, der am nächsten dran ist.

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3. Filmt im manuellen Modus

Da ein Video mehrere Sekunden lang ist, fallen Änderungen bei der Belichtung auf. Solche Änderungen können störend sein und die Aufnahme instabil machen. Anfänger sollten Fokus, ISO-Wert, Blende und Belichtungszeit manuell einstellen, bevor sie mit der Aufnahme beginnen. Und dann kann’s losgehen.

Einer der großen Vorteile beim Filmen mit digitalen Spiegelreflexkameras oder spiegellosen Kameras sind die großen Sensoren. Sie ermöglichen eine flache oder „kinoartige“ Tiefenschärfe. Dieser Effekt kann noch verstärkt werden, indem die gefilmten Personen die Fokusebene verlassen und wieder betreten. In vielen Fällen ist es gar nicht nötig, sich bewegende Personen die ganze Zeit scharfzustellen. Das wiederum heißt nicht, dass das ganze Video unscharf sein muss. Bisweilen muss der Fokus während der Aufnahme nachgestellt werden. Wenn man sich daran gewöhnt, dass Personen den Schärfebereich betreten und wieder verlassen, dann werden die Aufnahmen nach und nach besser.

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4. Haltet die Kamera ruhig

Es ist verlockend, sich einen Gimbal, einen Slider oder einen anderen Stabilisator zu besorgen und dann alle möglichen coolen Bewegungen auszuprobieren. Ja, Kamerabewegung kann viel zu einem guten Film beitragen. Aber es dauert seine Zeit, bis man sie beherrscht. Selbst für einfache horizontale oder vertikale Bewegungen muss es gute Gründe geben. Und sie müssen natürlich sanft vonstatten gehen. Bei guten Videos gibt es viele Bildbewegungen. Lernt die Grundlagen, bevor ihr euch auf gewagtes Terrain begebt. Stellt die bewegten Motive vor der Kamera scharf, bevor ihr die Kamera selbst bewegt.

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5. Verwendet ein Stativ für Videoaufnahmen

Man muss Zeit investieren und üben, um Videos aus der Hand drehen zu können. Anfänger sollten daher die Kamera immer auf ein Stativ stellen und sie bei jeder Aufnahme mindestens 10 Sekunden lang aufzeichnen lassen, ohne sie zu berühren.

Stative für Videoaufnahmen sind etwas anders als solche für Fotos. Sie haben einen so genannten Fluid-Video-Neiger. Damit kann man die Kamera symmetrischer und kontrollierter bewegen – vertikal wie horizontal. Einige dieser Neiger sind sogar mit einer Wasserwaage ausgestattet, damit man die Kamera besser gerade halten kann. Denkt daran: Videos lassen sich später nicht beschneiden und drehen wie Fotos. Der Bildausschnitt sollte immer richtig sein.

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6. Filmt immer weiter

Wie alle anderen kreativen Bereiche gibt es auch beim Videodreh Versuch und Irrtum. Aus Fehlern lernt man. Wenn ihr die Kamera herausholt, um ein Foto zu schießen, dann macht doch bei der Gelegenheit gleich auch ein Video, um eure Fähigkeiten zu erweitern. Zeitlupe, Drohnen, Zeitraffer – die kreativen Möglichkeiten sind bei Videos endlos.

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Headerbild von Jacob Lund

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