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Abenteuer Europa auf Malta und Zypern – Flucht aus der Kälte

Bayern ist momentan unter Schneemassen begraben. Was liegt also näher, als der Kälte den Rücken zu kehren und einen Ausflug in den Süden zu machen? Wir haben eine kleine Flugrundreise geplant: Zuerst geht es nach Malta zum Ta’Dmejrek (mit 258 Metern der drittniedrigste Berg unserer Abenteuer Europa Tour). Anschließend reisen wir weiter nach Zypern. Dort wartet der 1.951 Meter hohen Olympus – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen griechischen Berg, dem wir im Frühsommer einen Besuch abstatten wollen.

Abendhimmel am Strand der Aphrodite (Zypern) – Bildbearbeitung mit Adobe Lightroom CC

Im letzten Blogbeitrag habe ich euch ja etwas über die Postproduktion nach einer Reise verraten. Wie aber bereiten wir uns auf unsere Touren vor?

  • Berg-Infos sammeln: Wo ist der Berg, wie kommt man am besten rauf und wieder runter?
  • Reiseführer mit vielen Bildern kaufen: Immer noch viel besser und schneller, als sich alle Infos online zu suchen. Ich achte darauf, dass die Autoren aus dem Land stammen oder lange dort gelebt haben.
  • Bildersuche Online: Ich suche mir fotogene Orte vorab aus. Meine Lieblingswebseite für tolle Fotospots: locationscout.net
  • Faktensuche online: Ich suche mir wissenswerte Besonderheiten des Landes aus und überlege mir, wie ich sie fotografieren kann. Zusätzlich überlege ich mir, wer für meine „Portraits der Nachhaltigkeit“ geeignet wäre*.
  • Verbote überprüfen: Wo darf ich hin, was darf ich nicht fotografieren, sind Drohnen erlaubt?
  • Equipment dementsprechend packen: Wer vorher überlegt, was er wirklich braucht, spart Gewicht unterwegs.
  • Flexibel bleiben: Vor Ort sieht alles doch wieder anders aus!

Überraschungen auf Malta

So war es auch auf Malta: Wir finden im Internet vier verschiedene Höhenangaben und schlussendlich zeigt unser kalibrierter Höhenmesser, dass es sogar einen fünften Punkt an der malerischen Steilküste bei Dingli gibt. Und in Zypern durften wir trotz aller Anstrengungen im Vorfeld und vor Ort nicht auf die Bergspitze, da sich dort oben ein militärisches Sperrgebiet befindet. Drohne fliegen ist natürlich auch strengstens verboten.

Zumindest hatte ich mir tolle Fotospots im Vorfeld ausgesucht: Auf der Malta vorgelagerten Insel Gozo will ich ein malerisches Felsentor mit dem traumhaften Namen „Azure Window“ im Sonnenuntergang fotografieren. Wir nehmen uns einen Tag Zeit, setzen mit der Fähre von der Hauptinsel auf Gozo über und fahren nach Norden. Rechtzeitig, als die Sonne schon tief steht und das Licht ganz weich ist, kommen wir am entlegenen Strand an. Doch von dem gesuchten Fotomotiv weit und breit keine Spur. Hektisch suche ich die Küste ab, gleich geht die Sonne unter. Zum Glück begegne ich einer Dame, die ihren Hund spazieren führt. Sie erklärt mir jedoch auf Spanisch, dass der Bogen eingestürzt sei. Hätte ich die Beschreibung auf „Locationscout“ besser Mal zu Ende gelesen… Auf Zypern haben wir bei der ausgesuchten Sehenswürdigkeit – dem Strand der Aphrodite – mehr Glück. Zumindest gibt es den Strand noch. Leider wird das Wetter pünktlich zum Sonnenuntergang schlecht. Worauf ich beim Fotografieren achte, um in der Nachbearbeitung trotzdem das Beste aus der Situation rauszuholen? Schaut selbst:

Bei der Suche nach überraschenden, spannenden Fakten war ich im Vorfeld schon fündig geworden und über interessante Fotogeschichten gestolpert. Hier ein kleiner Einblick:

Lange Zeit wurde angenommen, dass die ägyptischen Pyramiden die ersten großen Steinbauten der Welt waren – doch die Megalith-Tempel auf Malta sind weitaus älter: Sie entstanden im europäischen Neolithikum, zwischen 4.000 bis 2.500 v. Chr. und sind damit auch älter als das berühmte Stonehenge in England. Die Baumeister der maltesischen Tempel vollbrachten schier Unmögliches: Mit Werkzeugen aus hartem, vulkanischem Gestein bearbeiteten sie riesige Felsblöcke und transportierten diese unter anderem mithilfe von Steinkugeln. Auch riesige Tempelanlagen unter der Erde stammen aus dieser Zeit, wie das Hypogäum von Hal-Saflieni, das sich über 500 Quadratmeter erstreckt. Später, zur frühchristlichen Zeit, wurde auf Malta sogar noch mehr gegraben: Die Katakomben von Rabat erstrecken sich über eine Fläche von 2.166 Quadratmetern!

Bei den Katakomben von St. Pauls (Malta) gibt es riesige Steintische, an dem die Trauernden den Toten zu Ehren ein rituelles Festmahl einnahmen.

Abenteuer Europa auf Zypern

Auch Zypern ist eine Insel der Superlative: Hier blickt man auf 10.000 Jahre Kultur und Geschichte zurück. Sie ist zugleich die östlichste und südlichste Mittelmeerinsel und eine der wenigen geteilten Inseln der Welt. Der Süden gehört zur Republik Zypern, der Nordteil bildet die Türkische Republik Nordzypern. Um den Frieden zu wahren, ist sogar die United Nations Peacekeeping Force permanent auf Zypern stationiert. Zypern wird auch die Insel der Heiligen genannt. Gleich zehn sogenannte „Scheunendachkirchen“ sind UNESCO Weltkulturerbe.

Doch es sind nicht unbedingt die großen Dinge, die am meisten Eindruck bei uns hinterlassen. Auf Malta treffen wir den Falkner Lawrence Formosa. Er kämpft mit viel Herz für den Schutz des sehr seltenen Malteser Falken und betreibt eine Aufzuchtstation für verletzte Greifvögel. Er belebt die Jahrhunderte alte Tradition der Falknerei auf Malta wieder, will dies auch als UNESCO Kulturerbe schützen lassen. Wir drücken die Daumen für den Antrag und wünschen uns mehr Menschen wir Lawrence, die Gutes tun und dabei so viel Freude und Zufriedenheit versprühen.

Falkner und Naturschützer Lawrence Formosa auf Malta

* Mit unserer Reise möchten wir auf den Klimawandel aufmerksam machen, der besonders die fragile Bergwelt betrifft. Dazu besuchen Menschen, die sich mit Nachhaltigkeit auseinandersetzten und sie leben. Von den Vereinten Nationen werden wir im Rahmen der Sustainable Development Goals Action Campain „SDG Action“ unterstützt. #act4sdgs

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