Creative Connection

Abenteuer gibt es überall: Fotografin Julia Nimke

Julia Nimke ist Fotografin, seitdem sie zwölf Jahre alt ist. Auch wenn sie mit unbeholfenen Schnappschüssen anfing, wurde sie bereits mit 16 Jahren für ihre Fotografien bezahlt. Die letzten elf Jahre hat sie damit verbracht, ihr Handwerk eingehender zu lernen und fast täglich zu fotografieren. Daher ist es nicht erstaunlich, dass Adobe kürzlich Julia als eine der sechs Creative Residents ausgewählt hat.

Julia Nimke, die seit neun Jahren in Berlin lebt, wuchs in Frankfurt/Oder auf. „Es war keine sehr schöne Stadt“, erinnert sie sich. Doch ihre Großeltern lebten in der Nähe und hatten einen großen Garten. Durch diesen erlangte Julia eine tiefe Wertschätzung für die Natur, die auch heute noch in so vielen ihrer aktuelleren Fotos zu sehen ist.

Mit 14 oder 15 trat sie einem Fotoclub für Kinder bei. „Wir waren eine Gruppe bestehend aus 10 Kindern, die zusammen draußen unterwegs waren, um zu fotografieren, und anschließend entwickelten wir unsere Fotos in der Dunkelkammer“, erinnert sich Julia. „Wir sprachen über unsere Bilder, und wir hatten einen Mentor, der uns Fotobücher zeigte und uns auf Fototouren mitnahm.“

Als sie 16 Jahre alt war, zog ihre Familie nach Dresden und dort bezahlte eine Lokalzeitung erstmals etwas für ihre Bilder. Mit 18 entschloss sie sich, die Fotografie zu ihrem Beruf zu machen. Daher suchte sie sich einen Ausbildungsplatz. „Ich habe mich bei verschiedenen Firmen beworben, und glücklicherweise wollte mich ein Fotostudio in Berlin haben.“

In Deutschland dauert eine Lehre normalerweise drei Jahre. Da sie bereits Fotografieerfahrung hatte, durfte Julia das erste Jahr überspringen. Doch nach dem Abschluss war sie noch nicht bereit, die formale Ausbildung bereits hinter sich zu lassen. „Nach der Lehre machte ich meinen Meister. Für mich ist die Fotografie eine Kunstform, doch natürlich muss man auch lernen, wie man das Licht richtig setzt, wie man die Kamera benutzt, und andere Dinge. Es gibt viel technischen Kram.“

Daher erkundete sie in den nächsten zwei Jahren die eher technischen Aspekte der Fotografie. „Ich habe gelernt, dass es zwischen digital und analog viel zu entdecken gibt“, erklärte sie. „Ich habe alle Genres der Fotografie ausprobiert; es war ein großer Spielplatz.“ Es gab nur 15 weitere Leute im Programm.

Für Julia Nimke hat die analoge Fotografie Vor- und Nachteile. „Es ist teurer, und alles dauert länger“, merkt sie an. Jedoch: „In der Fotografie geht es darum, sein Auge zu schärfen.“ Da auf jeder Rolle nur 24 oder 36 Bilder sind, ist dies unumgänglich. Es ist ein guter Weg, um erst darüber nachzudenken, was man aufnehmen möchte, bevor man auf den Auslöser drückt.“

Julia mag die Arbeit in der Dunkelkammer. „Es ist eine sehr friedliche und beruhigende Arbeit, ein Negativ in ein Positiv zu verwandeln und all diese kleinen Dinge auszuprobieren, die man machen kann, um ein Foto zu bearbeiten. Mit der Betonung auf „kleine“ Dinge: Julia erzeugt nicht gerne alternative Realitäten mit ihren Bildern, sei es auf Film oder in Pixeln. „Für mich ist Authentizität am wichtigsten. Alles was ich fotografiere, hat tatsächlich stattgefunden. Ich inszeniere nicht. Das verbindet alle meine Fotos. In der Dunkelkammer spiele ich hauptsächlich mit Kontrast, Licht und Schatten sowie doppelter Belichtung. Nun nehme ich die gleiche Bearbeitung digital in Photoshop vor.“

Julia auf Reisen – Nah und Fern

Julias Website vermittelt den Eindruck, dass sie die meiste Zeit mit Reisen verbringt, doch die Realität sieht anders aus. In den letzten dreieinhalb Jahren arbeitete sie 20 Stunden pro Woche als Fotografin und Fotoredakteurin, während sie sich gleichzeitig um ihre freiberuflichen Kunden kümmerte. Um Zeit für längere Reisen zu haben, machte sie Überstunden und sammelte Urlaubstage. Sie vereinte auch Arbeit und Vergnügen: so kooperierte sie mit Outdoor-Marken, die ihr Produkte zur Verfügung stellten, die sie dann mit auf Fotografie-orientierte Reisen nahm.

Neben Kamera und Objektiv gehört zu JuliasLieblingstools ein Sprinter-Kleintransporter mit einem Bett, den sie auf häufigen Fotoausflügen durch Deutschland und Europa fährt. Viele dieser Reisen sind kurz und im Umkreis von 100 km von Berlin. Ihr längster Ausflug dauerte 6 Wochen auf dem Balkan. Für ihr bisher am weitesten entferntes Ziel, 10 Tage in Marokko, zog sie das Flugzeug ihrem Sprinter vor.

„Abenteuer hat nichts damit zu tun, weit vom Heimatort entfernt zu sein: Man muss offen dafür sein, die Umgebung um einen herum mit anderen Augen zu sehen“, erklärte sie. „Viele Dinge können abenteuerlich sein – man muss seine Umgebung nur neu betrachten.“ Unser Creative Resident hofft, dass ihre Fotos den Betrachter mit auf die Reise nehmen und ihn dazu anregen, selbst Abenteuer zu erleben – und sei es nur auf einer kurzen Reise. „Man muss raus und Dinge erleben. Es gibt so viel, was man machen kann!“

Mit dem Programm Adobe Creative Residency bieten wir kreativen Talenten die Chance, sich ein ganzes Jahr lang einem persönlichen Traum-Projekt zu widmen, wobei sie ihre Erfahrungen und Arbeitsabläufe mit Adobes Kreativ-Community teilen.

 

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