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Die menschliche Seite der medizinischen Technologie fotografieren

Wenn ihr Behandlungsprozesse fotografieren wollt, steht ihr vor einer Reihe einzigartiger Herausforderungen: Ihr erfasst den menschlichen Geist, das Mitgefühl und die Brillanz von Forschern, Ärzten, Krankenschwestern und Patienten sowie die Technik, die dahinter stecken. Die gesichtslosen Maschinen, die so viel Gutes für uns tun, neigen jedoch dazu, ihre Zwecke nicht auf den ersten Blick zu enthüllen. Wie stellt man also den Nutzen einer Maschine heraus und bewahrt dabei gleichzeitig die Erfahrung eines Menschen? Wir sprachen mit Lydie Naneix, der Vorsitzenden der Wissenschafts- und Medizinfotografieagentur BSIP, darüber, wie man menschliche Geschichten mit Hightech-Themen erzählen kann.

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Adobe Stock – BSIP

 Erfassung von Menschen, Technik und Heilung

„Wir erzählen zwei Arten von Geschichten“, sagt Lydie, „solche, die die neuen Technologien der Medizin der Zukunft zeigen und solche, die die tägliche Praxis der modernen Medizin für all diejenigen Krankheiten erklären, die einen Krankenhausaufenthalt nötig machen.“

Schon die Vorbereitung ist ein mühsamer Prozess. Lydie und ihr Team wenden sich direkt an die Ärzte, holen dann die Erlaubnis des Krankenhauses und der Patienten ein – bereits dieser Vorgang kann Monate dauern.

Wenn sie dann endlich vor Ort ist, um einen Eingriff zu fotografieren, ist es wichtig, mit dem Arzt zusammenzuarbeiten, um die richtigen Momente festzuhalten. „Der Chirurg leitet den Fotografen und warnt ihn, wenn etwas Wichtiges passiert. Ärzte lehren oft an Universitäten, also sind sie Lehrer. Sie erklären gerne ihre Arbeit, weil sie das, was sie tun, lieben, sie sind leidenschaftlich.”

Darüber hinaus erfordert es einiges an Können, um die richtige Perspektive zu finden. „Bei Untersuchungen und Behandlungen, die eine ausgefeilte medizinische Ausrüstung erfordern”, sagt Lydie, „möchten wir es dem Betrachter ermöglichen, sich in die Lage des Arztes, des Chirurgen oder gar des Patienten zu versetzen.“ Das bedeutet, eine Atmosphäre zu schaffen, die zeigt, wie Mensch und Technik miteinander funktionieren. „Wir interessieren uns für die Handlungen, die Nutzung von Bildschirmen, Werkzeugen und Instrumenten in einer realen medizinischen Umgebung“, fügt Lydie hinzu.

Es ist zudem ein Balanceakt, wenn es ums Fotografieren von Operationen oder Verletzungen geht. Lydie und ihr Team müssen äußerst vorsichtig vorgehen. „Medizinische Bilder sollten weder Mitglieder des Gesundheitswesens noch die breite Masse schockieren. Bei chirurgischen Eingriffen konzentrieren wir uns weniger auf das Blut als auf die Arbeit des Arztes.“

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Mit der medizinischen Technologie Schritt halten

Die nächste große Hürde beim Fotografieren von Medizintechnik ist es, auf die Suche nach den neuesten Entwicklungen zu gehen. „Die größte Herausforderung stellen die Fotos dar, die sich mit neuen Technologien wie Robotern, Assistenzrobotern und dem Einsatz künstlicher Intelligenz befassen. Es ist schwierig, die Krankenhäuser, Ärzte und Patienten zu finden, die bereit sind, offen über diese Fortschritte zu sprechen.“

Doch auch wenn sich die medizinische Technologie rasant entwickelt, stehen nach wie vor die Menschen im Mittelpunkt. Lydie erklärt uns, dass „all diese Technologien auf dem menschlichen Element beruhen, da sie im Dienste des Menschen stehen. Das versuchen wir, deutlich zu machen. Wir haben uns auf die Medizin spezialisiert, um die Zusammenarbeit von Ärzten, Forschern und Technikern zu veranschaulichen, die immer neue Werkzeuge entwickeln, mit deren Hilfe sie uns die bestmögliche Behandlung zukommen lassen können.“

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