Creative Connection

Insight Adobe – „Wir sind die Truppe im Hintergrund.“

Anfang 2011 beschloss Adobe, vom Verkauf von Box-Software zu einem Abomodell zu wechseln. Im Herbst des gleichen Jahres wurde auf der „Adobe MAX“ die „Creative Cloud“ vorgestellt. Jens Heisterkamp war von Anfang an dabei. Wir haben im Rahmen unserer Blog-Serie Insight Adobe mit dem Senior Engineering Manager darüber gesprochen, was sich dahinter genau verbirgt und welche Rolle der Hamburger Standort dabei spielt.

Jens, für viele Menschen ist der Begriff „Cloud“ im wahrsten Sinne des Wortes nebulös. Was ist das Konzept der Creative Cloud?

Unsere Programme wurden früher als klassische Box-Software in die Regale gestellt. Heute können Photoshop CC, Premiere Pro CC, Illustrator CC und alle anderen Produkte von Adobe bis hin zur Beta von Experience Design CC heruntergeladen und genutzt werden. Dabei ist man nicht mehr auf ein bestimmtes Gerät beschränkt, sondern kann über unsere Apps wie etwa Lightroom Mobile jederzeit und überall kreativ sein, sei es auf dem Notebook, Tablet oder auf dem Smartphone. Alle Programme und Services lassen sich bequem im Abonnement beziehen und bleiben dank automatischer Updates immer auf dem neusten Stand.

Aber es geht um mehr als nur um ein neues Distributionsmodell für Software, oder?

Auf jeden Fall. Nachdem wir unsere Software nun in der Cloud anbieten, lag es nahe, auch das Material online zur Verfügung zu stellen. Über Adobe Stock sind aktuell mehr als 60 Millionen Bilder, Videos und 3D-Objekte verfügbar, die man direkt aus seinen gewohnten Anwendungen heraus aufrufen kann. Natürlich können die Nutzer auch ihre eigenen Projekte online speichern, unter den höchsten Sicherheitsstandards abrufen und wahlweise allein oder gemeinsam mit anderen daran arbeiten. Das macht die Creative Cloud zu einem Ort des Austauschs für alle Kreativen –  vom Einsteiger bis zum Profi.

Die technische Basis von alledem ist die von deinem Team entwickelte „Shared Cloud“?

Richtig. Wir sind sozusagen die Truppe im Hintergrund. Die Shared Cloud ist ein Service, der unterhalb der Creative Cloud und der Document Cloud liegt. Wir haben kein eigenes User-Interface, deshalb ist es manchmal nicht ganz leicht zu erklären, was wir eigentlich machen. Man könnte es in etwa so zusammenfassen: Die von der Creative- und der Document Cloud angebotenen Dienste nutzen die Funktionalität und Infrastruktur der Shared Cloud. Um mal eine Größenordnung zu nennen: Wir verzeichnen pro Tag im Schnitt 450 Millionen Zugriffe, etwa die Hälfte davon aus der Creative Cloud, und stellen sicher, dass alles auch zu Stoßzeiten reibungslos und sicher abläuft.

Wie kam es dazu, dass das Herz der Creative Cloud in Hamburg schlägt?

Hamburg hatte aus früheren Projekten viel Erfahrung im Bereich Serverentwicklung, auch im großen Maßstab. Daher wurde unser Team Anfang 2011 beauftragt, zusammen mit Teams in den USA und Rumänien die erste Version der Creative Cloud zu bauen. Im Herbst des gleichen Jahres wurde die Creative Cloud auf der Adobe MAX Konferenz in Los Angeles vorgestellt. Aufgrund des großen Erfolgs bekamen wir den Auftrag, die Shared Cloud als Plattform für die Adobe Creative Cloud zu bauen. Damals waren wir fünf Leute, bis heute ist das Team auf rund 50 Personen gewachsen, davon sind 40 Software-Entwickler. Das hätten wir uns damals nie vorstellen können, dass das alles so schnell geht. Und wir wachsen immer weiter, denn es gibt immer mehr Zugriffe, immer mehr Features und immer mehr Kunden, die sie nutzen. Unser Team hat bis heute die Verantwortung für den technischen Kern der Plattform.

Bei unserem nächsten Insight sprechen wir mit Torsten Sigwart und Klaas Stöckmann darüber, wie Lightroom laufen lernte, welche neuen Features geplant sind und welche Rolle Apps künftig im Bereich Fotografie und Bildbearbeitung spielen werden.

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