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5. Oktober 2017 /Design /

Schneller zu besseren Dokumenten: Duden-Sprachtechnologie nativ in Adobe InDesign

Seit mehr als 130 Jahren ist Duden die maßgebliche Instanz für alle Fragen zur deutschen Sprache und Rechtschreibung. Die Wörterbücher der Dudenredaktion haben sich als die Standardnachschlagewerke für den professionellen und den privaten Gebrauch durchgesetzt. In Zukunft wird diese Kompetenz ein fester Bestandteil der Adobe Creative Cloud. Die Duden-Korrekturlösungen sind ab der nächsten Version nativ in Adobe InDesign CC integriert. Die darauf basierenden digitalen Korrekturlösungen werden vom Software-Partner EPC Consulting und Software GmbH gepflegt und weiterentwickelt.

Mit den Duden-Wörterbüchern für Worttrennungen und Rechtschreibprüfung erreicht die Sprachqualität für deutsche Sprachen in InDesign eine neue Qualität. Dass die Duden-Wörterbücher einen größeren, aktuelleren und von der Dudenredaktion ständig überprüften Wortumfang besitzen, ist dabei nur ein Teilaspekt:

  • Sparen Sie wichtige Zeit im Lektorat bzw. bei den Korrekturläufen
  • Automatisieren Sie Umbruchprozesse besser und weitgehender dank deutlich besserer Silbentrennung (Content Velocity)
  • Arbeiten Sie mit besserer Textqualität und besserem Textfluss von Anfang an

Die Integration der Duden-Wörterbücher ermöglicht folgende Aspekte erstmals in InDesign, InCopy und in Verbindung mit InDesign Server:

  • Neben je einem Wörterbuch für Deutschland und der Schweiz kennt InDesign jetzt auch eine Variante für Österreich
  • Prüfen Sie ihr Dokument auf eine einheitliche Schreibweise. Vertrauen Sie dabei auf die Empfehlungen der Dudenredaktion oder führender Presseagenturen
  • Nutzen Sie unterschiedliche Trennregeln bspw. für Überschriften, Zitate und Fließtext
  • Vermeiden Sie sicher unästhetische Trennungen, die den Wortsinn verfälschen

Die Rechtschreibprüfung für deutsche Sprachen hat sich dank der Duden-Korrekturlösungen deutlich verbessert und ist jetzt auch ohne den Einsatz von Benutzerwörterbüchern für jeden Text empfehlenswert:

  • Duden kennt deutlich mehr Wörter als die weiter parallel vorhandenen Lösungen von Proximity und Hunspell und erkennt beispielsweise auch zusammengesetzte Wörter, die in der deutschen Sprache sehr häufig vorkommen. Dadurch werden beim Einsatz der Rechtschreibprüfung viel weniger Worte als falsch markiert
  • Für die als falsch markierten Worte gibt es deutlich weniger, aber dafür viel häufiger passende Korrekturvorschläge als bisher
  • Die Wörterbücher werden ständig aktualisiert. So hat beispielsweise die Dudenredaktion im August 5000 neue Wörter wie „Selfie“, „Flüchtlingskrise“, „Fake News“ oder „facebooken“ aufgenommen und auf Empfehlung des Rats für Rechtschreibung auch auch alte Schreibweisen wie „passee“ (jetzt nur noch „passé“) entfernt. InDesign prüft bereits nach diesen Kriterien – aber nur, wenn Sie Duden für Rechtschreibprüfung einsetzen
  • Den Einsatz von Benutzerwörterbüchern können Sie nun auf Spezialwortschätze für Fachtermini reduzieren. Für den Rest der deutschen Sprache vertrauen Sie einfach auf die Duden-Wörterbücher

Da diese Lösungen nicht nur in InDesign, sondern auch in InCopy und InDesign Server integriert sind, können Sie die Duden-Korrekturlösungen auch für Abstimmungsprozesse mit Kunden oder Lektoren nutzen, wenn diese über InCopy arbeiten, für Layoutautomatisierung, Katalogproduktion oder Web2Print Lösungen über InDesign Server oder in Verbindung mit Redaktionssystemen. Wenn Sie in Ihrem Workflow mit InDesign, InCopy und Indesign Server auf Services oder Lösungen von Drittanbietern setzen, sprechen Sie diese bitte auf den Einsatz der Duden-Technologie an. In Zukunft werden vermutlich auch weitere Adobe Produkte die Sprachtechnologien von Duden unterstützen.


Die unterstützten Sprachen.
Mit Einzug der Duden-Technologie können Sie nun zwischen Sprachen für Deutschland, Schweiz oder Österreich wählen. Bitte nutzen Sie jeweils 2006 Rechtschreibreform, um nach den aktuell gültigen Regeln zu prüfen.

Warum aber benötigt man drei verschiedene Sprachen?
In der Schweiz gibt es beispielsweise kein „ß“ und so werden alle Begriffe mit „ß“ mit „ss“ geschrieben und „ß“ als Fehler markiert. Darüber hinaus gibt es viele Wörter, die in einem der Länder Standard sind, in den anderen beiden aber nicht gebräuchlich sind. So heißt in der Schweiz ein Hausmeister „Abwart“, ein Spitzenkandidat ist auch ein „Kronfavorit“ und ein Auto wird „parkiert“.

In Österreich gibt es statt Fleischbrühe eine Rindsuppe, statt Elternzeit eine Elternkarenz und wer schlau ist, ist gefinkelt. Und Paradeiser kennen Sie ohnehin. Nicht? Hier handelt es sich um eine Tomate.

Wenn Sie Österreich oder Schweiz als Sprache auswählen, sind all diese Begriffe zusätzlich zu den deutschen Begriffen vorhanden und werden als richtig erkannt.
Die Rechtschreibprüfung
Die deutsche Sprache erlaubt für eine Vielzahl von Wörtern verschiedene Schreibweisen, wie z. B. Delphin / Delfin oder Joghurt / Jogurt.

Mit Duden gibt es nun vier verschiedene Prüfstile für die Rechtschreibprüfung. Wenn nur Wörter mit ungültiger Schreibweise markiert werden sollen, wählen Sie “Duden: Tolerant” als Prüfstil.

Wenn Sie jedoch Wert auf eine einheitliche Schreibweise in ihrem Dokument legen und sichergehen möchten, dass immer nur eine Variante (Delphin oder Delfin) im Dokument vorkommt, wählen Sie “Duden” (Standardeinstellung), “Duden: Presseagenturen” oder Duden: Konservativ”. Dies ist eine deutliche Verbesserung gegenüber anderen Wörterbüchern in InDesign und exklusiv mit Duden verfügbar.

Duden: Die Schreibweisen richten sich nach den Empfehlungen der Dudenredaktion. So werden zum Beispiel Delfin und Joghurt als richtig akzeptiert und Delphin und Jogurt als falsch gekennzeichnet.

Duden – Presseagenturen: Folgt der Auswahl der Schreibvarianten, wie sie von einer Reihe von Presseagenturen in Deutschland festgelegt wurden. Für Einzelheiten siehe www.die-nachrichtenagenturen.de/

Duden – Konservativ: Es werden die Schreibweisen akzeptiert, die bereits vor der Rechtschreibreform existierten, sofern sie immer noch gültig sind. So werden zum Beispiel Delphin und Joghurt als richtig akzeptiert und Delfin und Jogurt als falsch gekennzeichnet.

Die Silbentrennung
Für die Worttrennung bietet Duden vier verschiedene Trennstile. Diese können im Absatzformat verändert werden. Damit haben Sie die Möglichkeit, zum Beispiel Überschriften automatisch stärker nach ästhetischen Gesichtspunkten zu trennen während beim Fließtext häufiger getrennt wird, um möglichst wenig Lücken entstehen zu lassen:

»Alle außer unästhetische«: Als Trennstellen kommen alle regelgerechten Stellen infrage (z. B. »hi-n-ü-ber«) mit Ausnahme solcher, die sinnentstellend sein können (z. B. »bein-halten« oder »Urin-stinkt«). Dies ist die Standardeinstellung.

»Alle«: Damit sind auch Trennungen zulässig, die zwar nicht gegen die Rechtschreibregeln verstoßen, aber sinnentstellend sein können (z. B. »bein-halten« oder »Urin-stinkt«).

»Bevorzugt ästhetisch«: Neben Wörtern mit definierten ästhetischen Trennstellen (s. u.) werden auch längere Wörter (ab sechs Zeichen) getrennt, für die keine ästhetische Trennstelle definiert ist (z. B. »kontrovers« oder »Ligatur«).

»Ästhetisch«: Es werden ausschließlich Trennungen eingefügt, die als ästhetisch definiert sind (z. B. »Auto-bahn«, nicht aber »Au-tobahn«). Ästhetische Trennungen orientieren sich an Wortgrenzen und Sinneinheiten.


Vergleich der beiden bisher in InDesign vorhandenen Sprachtechnologien Hunspell und Proximity und Duden

Anhand eines kleinen Beispieltextes kann man sehr schön die Unterschiede der Sprachtechnologien aufzeigen und verstehen, warum die Integration von Duden nicht nur bessere Ergebnisse liefert, sondern auch ein effizienteres Arbeiten fördert.

1. Beispiel: Hunspell

13 falsche Alarme (Auszeichnungen für Wörter, die richtig geschrieben sind, oder 15, wenn man den Eigennamen Precht hinzuzählt). High-Tech-Industrie wird richtigerweise als falsch erkannt, aber die Verbesserungsvorschläge helfen nicht weiter (s. unten). Andere Fehler werden nicht erkannt (s. Duden)

2. Beispiel: Proximity

Sehr ähnlich wie Hunspell. Hier sogar 18 Fehlalarme (plus 2 mal Eigenname Precht)

3. Beispiel: Duden

Kein Fehlalarm bis auf den Eigennamen Precht. Dieser kann einfach zum Benutzerwörterbuch hinzugefügt werden und wird dann in Zukunft nicht mehr falsch angezeigt (ginge bei den anderen Lösungen auch). Neue Worte wie „Willkommenskultur“, „facebooken“ oder „SUV“ werden zuverlässig erkannt. Erst vor ein paar Wochen hat die Dudenredaktion über 5000 Wörter neu aufgenommen. Diese sind natürlich auch für die Prüfung mit InDesign oder InCopy vorhanden. High-Tech-Industrie: Hier wird zur Korrektur von Duden auch die richtige Schreibung vorgeschlagen. „passee“: Das war bis vor kurzem noch eine richtige Schreibvariante, die nun vom Rat für Rechtschreibung gestrichen wurde. Der Duden korrigiert bereits zu „passé“, Hunspell und Proximity noch nicht. „demographischen“: Dieses Wort ist richtig geschrieben und dennoch macht es Sinn, dass es hier als falsch markiert wird. Als Prüfstil für Rechtschreibung ist bei diesem Dokument „Duden“ eingestellt und somit gelten nur die Schreibweisen die die Dudenredaktion empfiehlt. Das sorgt dafür, dass in einem Text keine unterschiedlichen Schreibweisen (wie hier mit „Demografieproblem“ und „demographischen“) vorkommen, sondern einheitliche. Und auch die Trennungen sind bei Duden „schöner“. Und zwar genau dort, wo es auffällt: Bei der Überschrift und im Vorspann. Der Grund ist einfach – bei diesen beiden Absatzformaten ist die Trennregel „ästhetisch“ hinterlegt, beim Fließtext „Alle außer unästhetische“. Hunspell und Proximity kennen keine unterschiedlichen Trennstile.

Einen ersten Einblick der Duden-Integration in Adobe InDesign CC erhalten Besucher der Frankfurter Buchmesse bereits zwischen dem 11. bis 15. Oktober. Interessierte finden den Stand von EPC in Halle 4.0, Standnummer G33.

Weiterführende Informationen zu der nativen Integration der Duden-Sprachtechnologie in Adobe InDesign CC finden Sie unter diesen Links:

Design

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