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Die Wildnis im Fokus: Sander van der Werf gibt Tipps für ausdrucksstarke Outdoor-Aufnahmen

Sander van der Werf zieht es schon seit je her nach draußen. Genau dieses Draußen erweckte schließlich auch seine Leidenschaft für die Fotografie. Auf einer Wanderung durch den schwedischen Teil Lapplands erkannte Sander den wahren Wert der fotografischen Dokumentation seiner Reisen. Seitdem hat er eine sagenhafte Sammlung an Landschaftsbildern auf die Beine gestellt, die auch in diversen Outdoor-Magazinen zu sehen, und mit der Zeit zu begehrtem Stockinhalt avanciert ist. Uns verrät Sander einige seiner heißesten Tipps für großartige Aufnahmen in der Wildnis.

Der Ort ist alles

Früher habe ich coole Wanderungen in abgelegenen oder alpinen Gebieten unternommen, bei denen ich meine Kamera immer mit dabei hatte. Heute suche ich eher nach großartigen Foto-Locations und plane dann ein kleines Outdoor-Abenteuer in diese Gegend. Oder wenn ich ein bestimmtes Motiv vor Augen habe (wie beim Trail-Lauf), dann suche ich mir einen guten Standort und plane meine Reise mit Blick auf diesen Ort. Das ist ein etwas anderer, fokussierterer Ansatz, der mir momentan eher zusagt.Außerdem schlage ich mein Zelt stets so nah wie möglich an dem Ort auf, wo ich die Aufnahmen machen will, damit mir möglichst viel Zeit bleibt, um alles vorzubereiten. Mein Tipp: Erkundet die Gegend – sucht euch die besten Perspektiven und die coolsten landschaftlichen Zusammensetzungen und erstellt daraus eine Rangliste. Wenn ich mit dem Zelt unterwegs bin, kann ich sowohl bei Sonnenuntergang als auch bei Sonnenaufgang fotografieren, was meine Chancen auf gutes Licht erhöht. Das allein gibt mir Ruhe und macht es so schön, draußen an wundervollen und teils auch inspirierenden Orten zu sein. Auch wenn ich auf einer Reise mal keine vernünftigen Fotos machen kann, genieße ich es trotzdem im Freien zu sein, neue Landschaften zu entdecken und die überfüllte Stadt hinter mir zu lassen.

Nur das Notwendigste

Wichtig ist, dass man nur leichtes Gepäck dabeihat, besonders auf langen Wanderungen und Ausflügen. Ich muss also vorher genau überlegen, welche Fotoausrüstung ich mitnehme und was ich alles zuhause lasse. Beim Wandern und Reisen muss ich Minimalist sein und genau abwägen, was ich fotografiere und was nicht. Achtung bei der Auswahl der Objektive – ich nehme immer nur zwei mit. Denkt auch an Akkus und Batterien, und nehmt zusätzlich welche zur Sicherheit mit. Ich zum Beispiel habe immer meine solarbetriebene Power Bank dabei. Aber man weiß nie genau, wann die Sonne das nächste Mal herauskommt oder wie kalt es wird.

Die freie Natur hat einen Einfluss auf meine Fotografie und die Ausrüstung, aber auch andersherum wird ein Schuh daraus. Wegen der ganzen Fotoausrüstung, die ich mit mir herumtrage (normalerweise 5–7 Kilogramm), muss ich immer darauf achten, dass meine übrigen Sachen (Zelt, Schlafsack, Kleidung, Kochutensilien und so weiter) so leicht wie möglich sind. Mit zunehmender Erfahrung werde ich immer minimalistischer – keine Regenmontur, nur ein Satz Kleidung, warmes Essen nur abends, Ein-Mann-Dachzelt und so weiter. Es ist schon schön, die eigenen Grenzen immer mehr auszudehnen und sich auf das wirklich Wesentliche zu beschränken.

Immer auf dem Sprung sein

Natürlich muss man ständig in der Lage sein, auf das Licht und die Umstände zu reagieren. Den ursprünglichen Plan rasch anpassen zu können, wenn sich eine neue Gelegenheit bietet, ist wirklich wichtig. Egal ob in der Stadt oder in der Natur, wirf immer auch einen Blick nach hinten, wenn du deine Ausrüstung für diese oder jene Aufnahme zur Hand hast. Manch Schönes liegt nur knapp außerhalb des momentanen Sichtfelds! Einige meiner erfolgreichsten Aufnahmen habe ich erst nach dem eigentlichen Shooting gemacht. Nur, weil ich die Gegend ein bisschen mehr erkundete, sozusagen einen Schritt weiter ging als üblich, kam ich zu einigen meiner besten Fotos.

Kenne deine Leidenschaften

Findet eure individuelle Leidenschaft heraus und sorgt dafür, dass eure Arbeit euch mit Freude erfüllt. Damit wird die Qualität eurer Bilder definitiv zunehmen! Ich bin immer offen dafür, meinen fotografischen Horizont zu erweitern, aber ich habe auch festgestellt, dass es einfach bestimmte Arten von Fotografie gibt, die mir nicht zusagen. Auf diesen Gebieten kann ich auch keine ordentlichen Fotos machen. Es ist also immer eine Art Drahtseilakt zwischen dem Ausprobieren neuer Sachen und der Treue dem gegenüber, was mir am Herzen liegt, nämlich die Outdoor-, Reise- und Landschaftsfotografie.

Mehr von Sanders Arbeiten findet ihr bei Adobe Stock.

Titelbild von Sanderstock
Adobe Stock, Bildbearbeitung, Fotografie, Inspiration, Reisefotografie

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