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Red Dot – Best of the Best: Vom Wettbewerbs-Sieger zum Unternehmensgründer – Lukas Loss erklärt das Erfolgsrezept seiner „Medienfassade“ in sechs Schritten

Lukas Loss

Lukas Loss

Designtalent und Videospezialist Lukas Loss ist ein echter Selfmademan. Nach seinem Masterabschluss in Kommunikationsdesign an der FH Düsseldorf gründete er gemeinsamen mit einem Freund das Produktionsstudio „Bewegtbildhelden“. Der Erfolg des 29-Jährigen fußt auf seiner Abschlussarbeit „Public Brewing“, die die Auszeichnung „Best of the Best“ im Rahmen des von Adobe gesponserten Red Dot: Junior Prize gewann. Mit seiner interaktiven Medienfassade, bei der er den Brauprozess auf den Fenstern der Brauerei Uerige visualisierte, sorgte er einen Monat lang für ein einzigartiges Kreativ-Event in der Düsseldorfer Altstadt. „Medienfassaden haben mich schon immer fasziniert. Nicht die Bildschirme, die einfach außen an der Fassade angebracht sind, sondern integrierte Videos, die mit der Architektur des Gebäudes spielen und somit die Fassade virtuell erweitern“, erklärt Lukas Loss.

Wie er den Brauprozess vom Schroten des Malzes über die Gärung bis hin zur Abfüllung mithilfe der Adobe Creative Cloud als Medienfassade erstellte und es dabei Kunden ermöglichte mit einem Schaltpult den Vorgang zu steuern, erklärt Lukas in diesen sechs Schritten.

#1 Die richtige Idee finden

„Mein Ziel war es eine ganz neue Art von Medienfassade zu entwickeln, die die Außenwand um mehrere Dimensionen erweitert. Sie sollte alle Sinne ansprechen: die Augen, die Haptik, die Ohren und die Geschmacksnerven. Die Umsetzung auf der Fassade der Brauerei war sehr interessant für mich. Da ich bereits einen Imagefilm für die Brauerei erstellt habe und sie sich im Laufe der Zeit zu unserem Stammlokal entwickelt hat, war die Finanzierung schnell geklärt.“

#2 Das Storyboard erstellen

„Die Schwierigkeit beim Konzept lag darin die elf Schritte des Brauprozesses in den sechs Fenstern der Fassade darzustellen. In dieser Phase habe ich viel gescribbelt und Kollagen gezeichnet. Da der Prozess in Maschinen abläuft, musste ich eine starke Bildsprache entwickeln.“

#3 Mit der Produktion beginnen

„Wir haben einen Tag lang die Angestellten der Brauerei vor einem Greenscreen in den verschiedensten Situationen gefilmt. Im Anschluss habe ich die Aufnahmen in After Effects freigestellt.“

#4 Eine eigene Welt kreieren

„Die Welt, in der sich die Szenen auf den sechs Fenstern abspielen, besteht aus Bildern der Brauerei. Ich habe alle Fotos in Photoshop freigestellt, dann mit den Aufnahmen der Personen zusammengebaut und im Anschluss zu eigenen Räumen geformt.“

#5 Die einzelnen Teile zusammenfügen

„Alle Animationen wie bewegende Menschen, fließendes Wasser oder brennendes Feuer habe ich in After Effects erstellt. Zum Abschluss der Produktion habe ich alle Videos einzeln rausgerändert und mit sechs HD-Projektoren auf die Fenster projiziert.“

#6 Alle Sinne interaktiv ansprechen

„Um alle Sinne anzusprechen, konnten Kunden vor dem Gebäude über ein Schaltpult den Brauprozess und somit die Videos steuern. Wenn der Prozess abgeschlossen war, haben sie ihr eigenes Bier bekommen. Für das komplexe Pult habe ich in Illustrator ein 3D-Modell entwickelt, welches durch seinen Retrolook an den Stil „Steampunk“ erinnert.“

Das Großprojekt, das auch auf der Cebit präsentiert wurde, stellte Lukas gemeinsam mit verschiedenen Studenten aus den Bereichen Videoproduktion, Sounddesign, Elektrotechnik und Anwendungsentwicklung auf die Beine. Mehrere Agenturen und Unternehmen versorgten Lukas mit der Ausstattung. Die größte Herausforderung für den Jungunternehmer war es dabei die unterschiedlichen Gruppen in Einklang zu bringen. „Bei so einem Großprojekt ist ein schlüssiges Konzept entscheidend. Wenn viele Personen und Medien beteiligt sind, ist eine einheitliche Bildsprache wichtig. Die Menschen müssen an deine Ideen glauben.“

Dank des Red Dot: Junior Prize von der Masterarbeit direkt zum eigenen Studio

Die Agentur Sigma System Audio-Visuell, die das Projekt unterstützte, war so begeistert vom „Public Brewing“, dass sie Lukas die nötige Ausstattung für den Start eines eigenen Studios für Video- und Postproduktion namens Bewegtbildhelden zur Verfügung stellte. „Es war immer mein Traum mich selbstständig zu machen. Ich war Freelancer während meines Studiums und konnte mir so schnell einen Kundenstamm aufbauen“, erklärt Lukas, der seine ersten kreativen Schritte in den Bereichen Fotographie und Grafikdesign machte. „Mein größtes Potential lag aber immer in der Video- und Postproduktion.“

Gewinnt eines der vier deutschen Design-Talente am 6. November den Red Dot: Junior Prize?

Gewinnt eines der vier deutschen Design-Talente am 6. November den Red Dot: Junior Prize?

Neben Imagefilmen, Dokumentationen oder Werbespots legt Lukas den Fokus weiterhin auf interaktive Videoinstallationen. Um auf sein Studio aufmerksam zu machen, nahm er mit seiner Masterarbeit beim Red Dot: Junior Prize teil. „Nach der großen Resonanz und dem Medienecho wusste ich, dass das Projekt gut ist. Die Auszeichnung „Best of the Best“ ist ein Aushängeschild, eine super Werbung für das Studio.“ Der mit 10.000 Euro dotierte Junior Prize würde den „Bewegtbildhelden“ weiter Schub verleihen. „Wir stehen noch ganz am Anfang, für die Firma wäre der Preis mehr als cool. Es ist einfach ein geiles Projekt.“

Mehr aus unserer Porträt-Reihe zu den “Best of the Best” des Red Dot: Junior Prize:

Zum Porträt von Illustratorin Lara Wilkin
Zum Porträt von Videokünstlerin Viola Konrad
Zum Porträt von vier Mediendesignern um Fabian Karrer, die in Stuttgart die Integration fördern

Zum Überblicks-Post

Audiovisuell, Design, Kreativ-Business

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