Diese Entschei­dung markiert einen Wen­depunkt: Die Süd­deutsche Zeitung hat am Mittwoch ihre wöchentliche Seite „Dig­i­tale Wirtschafteingestellt. Mit der Begrün­dung, dass die dig­i­tale Wirtschaft mit­tler­weile all­ge­gen­wär­tig ist und sich inzwis­chen durch das gesamte Blatt zieht. Eine eigene Digital-Schublade mache da nicht mehr länger Sinn.

Digital Marketing ist überallEine Entwick­lung, die so heute auch für das Mar­ket­ing gilt. Natür­lich gibt es auch in Zukunft noch Print­anzeigen, TV-Spots oder Plakatwer­bung. Doch 1. wach­sen auch diese Kanäle mit dem Digital-Marketing zusam­men. Stich­worte wie QR-Code oder Sec­ond Screen sind da nur die Spitze des Eis­bergs. Und 2. erleben wir gegen­wär­tig überall, wie Bud­gets aus der klas­sis­chen Wer­bung in Digital-Kampagnen umverteilt wer­den und sich das Ver­hält­nis mas­siv ändert.

Die Tren­nung in „Mar­ket­ing“ auf der einen Seite und „Dig­i­tales Mar­ket­ing“ auf der anderen hat sich längst überlebt. Wer als Unternehmen heute und in Zukunft erfol­gre­ich sein will, muss Mar­ket­ing in einer dig­i­talen Ökonomie betreiben. Das führt auch zur Aufhe­bung der Tren­nung in den Mar­ket­ingdiszi­plinen. Data dri­ven Mar­ket­ing auf der Basis von Big-Data-Analysen wird für immer mehr Fir­men zur Real­ität und ist Anlass für ein Überdenken der gewohn­ten Marketing-Prozesse.

Statt – wie in der klas­sis­chen Wer­bung – seine Botschaften und Hand­lungsauf­forderun­gen unter­halt­sam und ein­fall­sre­ich an die Ziel­gruppe zu brin­gen und dabei nur Ver­sprechen abzugeben, kann nun ein anderer Ansatz real­isiert wer­den. Unter dem Stich­wort „Brand Util­ity“ wird dabei der Ser­vicegedanken in den Vorder­grund gerückt. Marken machen sich dabei mit kleinen kosten­losen Dien­stleis­tun­gen nüt­zlich, die konkret erleb­bare Mehrw­erte für die Men­schen bieten und die Bindung dauer­haft erhöhen.

Ein paar Beispiele dafür:

  • Für Sportler stellt Nike mit der Nike+ Run­ning App ein kosten­loses Tool zur Ver­fü­gung, das motiviert, die eigene Leis­tung weiter zu steigern und sich mit Fre­un­den zu messen.

  • Über die Web-Plattform myAudi 3.0 kön­nen Besitzer eines Audi A3 ver­schiedene Infor­ma­tions­di­en­ste und App­lika­tio­nen freis­chal­ten und via Internet-Verbindung in ihrem Fahrzeug nutzen.

  • Die Allianz Ver­sicherung bietet Reisenden über eine App einen Mix aus kosten­losen Service-Angeboten wie dem ver­schlüs­sel­ten Auf­be­wahren von Passkopien, weltweiten Notrufnum­mern, einem Währungsrech­ner mit tage­sak­tuellen Kursen und einer Überset­zungs­funk­tion. Sobald der Reisende Deutsch­land ver­lässt, wird er per Kurz­nachricht gefragt, ob er nicht gern einen Reis­eschutz inklu­sive Aus­land­skranken­ver­sicherung hätte. Bezahlt wird über die Handy-Rechnung.
  • Immobilienscout24 bietet eine kosten­lose Checklisten-App, die hilft, im Umzugschaos nicht den Überblick zu verlieren.

  • Bei der „Must See Map“-Website der nieder­ländis­chen Flugge­sellschaft KLM kön­nen Facebook-Freunde für das eigene Reiseziel ihre besten Tipps in eine virtuelle Karte ein­tra­gen. Der beson­dere Clou: Vor dem Abflug sendet KLM dem Urlauber seine indi­vidu­elle „Must See Map“ als aus­ge­druckte Faltkarte zu.

  • Dig­i­tale Marken­führung braucht die Teil­habe aller Funk­tio­nen. Zielset­zung sollte eine kon­sis­tente Marken­botschaft über alle Kanäle hin­weg sein – mit einer per­son­al­isierten, rel­e­van­ten und erkennbaren Nutzer­erfahrung für den Empfänger. Das in der Praxis umzuset­zen, ist keine ein­fache Sache. Hier betreten wir tat­säch­lich in vie­len Bere­ichen „Neu­land“.

    Mar­ket­ingver­ant­wortliche müssen ihre Auf­gaben überdenken, Silos sind aufzubrechen, mehr Zusam­me­nar­beit zwis­chen den Abteilun­gen im Unternehmen ist erforder­lich. Es gilt neue Kanäle für die Kom­mu­nika­tion mit den Kun­den zu ent­decken, auszupro­bieren und zu evaluieren. Ide­al­er­weise immer mit einer Erfol­gsmes­sung ver­bun­den. Trotz­dem darf man dabei nicht nur tech­nikgläu­big auf die Daten­flut star­ren, son­dern muss auch weit­er­hin seinen gesun­den Men­schen­ver­stand und seine Kreativ­ität nutzen.

    Die Tech­nolo­gie sollte uns dabei ent­las­ten. weniger Kom­plex­ität und mehr Trans­parenz schaf­fen. Mehr denn je gilt es in der dig­i­talen Ökonomie, sich auf das Wesentliche zu konzen­tri­eren: Mar­ket­ing und Marken­führung. Wenn Sie dieses Thema näher inter­essiert, habe ich noch einen Tipp für Sie:

    Gemein­sam mit Diet­mar Dah­men (Chief Inno­va­tion Offi­cer, ecx​.io – Inspi­ra­tor und Visionär aus Wien) werde ich mich zum Auf­takt der Dig­i­tal Mar­ket­ing Acad­emy am Mon­tag, 19. August 2013 um 11.00 Uhr in einem kosten­losen Webi­nar damit beschäfti­gen und einige konkrete Beispiele vorstellen. Dazu möchte ich Sie recht her­zlich ein­laden, hier geht es direkt zur Anmel­dung.