Blog Post:Zukunftsvorhersagen sind ja immer eine gewagte Sache. Aber wer seine Investitionen effizient steuern will, ist auf längerfristige Prognosen angewiesen. In dieser Woche haben gleich zwei Experten in die Glaskugel geblickt, um uns etwas über die Zukunft von Social Media zu verraten. Thomas Koch schreibt in seiner Wirtschaftswoche-Kolumne (allerdings noch mit Fragezeichen!) unter der reißerischen Überschrift "Endet der Hype um Social Media?":
Was ist los mit den Social Networks? Platzt die Web 2.0-Blase, bevor sie je Flughöhe erreicht hat? Kehren die Menschen einfach gelangweilt zurück zum „Real Life“? War alles nur ein Sturm im Wasserglas? Es war zu erwarten, dass viele Nutzer von dieser Netzwerke, die nicht mehr als ihren Tagesablauf, ihren derzeitigen Aufenthaltsort, Fotos ihrer Mahlzeiten und süße Tier-Aufnahmen („Katzen-Content“) einstellten - und kaum anderes bei ihren „Freunden“ sahen - auf Dauer genervt die Segel streichen.
Koch beruft sich bei seiner kühnen These u.a. auf sinkende Facebook-Verweildauern und den Niedergang der VZ-Netzwerke in Deutschland. Aber ob diese Beispiele wirklich als Beweis taugen? Die Social-Media-Beraterin Claudia Hilker wagt mit ihren "33 Social-Media-Visionen für die Zukunft" ebenfalls eine Prognose. Ihr Fazit:
Insgesamt werden sich Social Media stärker in unseren beruflichen und privaten Alltag integrieren. Es wird laufend viele kleine Änderungen geben, z.B. in der Nutzerführung bei Facebook. Doch eins wird bleiben: Social Media werden unser Business und unser Leben verändern. Kunden zuhören ist die Basis. Contentanbieten ist die Pflicht. Daraus lernen ist die Kür für Unternehmen.
[caption id="attachment_3840" align="alignleft" width="300" caption="Schon heute glänzt Pinterest mit höheren Konversionsraten als Facebook"][/caption] Wahrscheinlich liegen die beiden Positionen gar nicht so weit auseinander. Denn Thomas Koch schreibt auch: Wir erleben erst den Anfang. Die sozialen Netzwerke sind "here to stay". Die Menschen werden sie sich nicht mehr nehmen lassen. Sie sind ein tägliches, sehr persönliches und individuell gestaltetes „Medienereignis“, das Menschen verbindet und das für den Austausch, für Information und Entertainment längst unverzichtbar geworden ist. Aber ob es den alles beherrschenden Giganten Facebook so in dieser Form in fünf Jahren noch geben wird, das ist die Frage. Der rasante Aufstieg von Pinterest zeigt, dass neue soziale Netzwerke entstehen und bestimmte Nischenbereiche abdecken. Für Unternehmen, die Social Media Marketing betreiben und mit ihren Kunden über diese Plattformen auf Augenhöhe kommunizieren wollen, kommt deshalb erhöhter Aufwand zu. Sie müssen zunächst genau schauen, wo sich ihre Zielgruppe tummelt und dafür eine passende Strategie entwickeln. Einfach nur das gesamte Marketingbudget in Facebook-Kampagnen zu stecken, wird in Zukunft noch weniger als heute funktionieren. Und es gibt moch ein ganz anderes Problem, auf das heute Futurebiz hinweist: 70% aller Anfragen von Kunden - so eine aktuelle Studie - werden von den Unternehmen nicht beantwortet. Von "Dialog auf Augenhöhe" kann da nicht die Rede sein.
Author: Date Created:21 Juni 2012 Date Published: Headline:Ist Social Media in fünf Jahren am Ende? Social Counts: Keywords: Publisher:Adobe Image:http://blogs.adobe.com/digitaleurope/wp-includes/images/media/default.png

Zukun­ftsvorher­sagen sind ja immer eine gewagte Sache. Aber wer seine Investi­tio­nen effizient steuern will, ist auf länger­fristige Prog­nosen angewiesen. In dieser Woche haben gle­ich zwei Experten in die Glaskugel geblickt, um uns etwas über die Zukunft von Social Media zu ver­raten. Thomas Koch schreibt in seiner Wirtschaftswoche-Kolumne (allerd­ings noch mit Frageze­ichen!) unter der reißerischen Über­schrift “Endet der Hype um Social Media?”:

Was ist los mit den Social Net­works? Platzt die Web 2.0-Blase, bevor sie je Flughöhe erre­icht hat? Kehren die Men­schen ein­fach gelang­weilt zurück zum „Real Life“? War alles nur ein Sturm im Wasser­glas? Es war zu erwarten, dass viele Nutzer von dieser Net­zw­erke, die nicht mehr als ihren Tagesablauf, ihren derzeit­i­gen Aufen­thalt­sort, Fotos ihrer Mahlzeiten und süße Tier-Aufnahmen („Katzen-Content“) ein­stell­ten — und kaum anderes bei ihren „Fre­un­den“ sahen — auf Dauer gen­ervt die Segel streichen.

Koch beruft sich bei seiner küh­nen These u.a. auf sink­ende Facebook-Verweildauern und den Nieder­gang der VZ-Netzwerke in Deutsch­land. Aber ob diese Beispiele wirk­lich als Beweis tau­gen? Die Social-Media-Beraterin Clau­dia Hilker wagt mit ihren “33 Social-Media-Visionen für die Zukunft” eben­falls eine Prog­nose. Ihr Fazit:

Ins­ge­samt wer­den sich Social Media stärker in unseren beru­flichen und pri­vaten All­tag inte­gri­eren. Es wird laufend viele kleine Änderun­gen geben, z.B. in der Nutzer­führung bei Face­book. Doch eins wird bleiben: Social Media wer­den unser Busi­ness und unser Leben verän­dern. Kun­den zuhören ist die Basis. Con­tentan­bi­eten ist die Pflicht. Daraus ler­nen ist die Kür für Unternehmen.

Schon heute glänzt Pin­ter­est mit höheren Kon­ver­sion­sraten als Facebook

Wahrschein­lich liegen die bei­den Posi­tio­nen gar nicht so weit auseinan­der. Denn Thomas Koch schreibt auch:

Wir erleben erst den Anfang. Die sozialen Net­zw­erke sind “here to stay”. Die Men­schen wer­den sie sich nicht mehr nehmen lassen. Sie sind ein tägliches, sehr per­sön­liches und indi­vidu­ell gestal­tetes „Medi­enereig­nis“, das Men­schen verbindet und das für den Aus­tausch, für Infor­ma­tion und Enter­tain­ment längst unverzicht­bar gewor­den ist.

Aber ob es den alles beherrschen­den Gigan­ten Face­book so in dieser Form in fünf Jahren noch geben wird, das ist die Frage. Der ras­ante Auf­stieg von Pin­ter­est zeigt, dass neue soziale Net­zw­erke entste­hen und bes­timmte Nis­chen­bere­iche abdecken. Für Unternehmen, die Social Media Mar­ket­ing betreiben und mit ihren Kun­den über diese Plat­tfor­men auf Augen­höhe kom­mu­nizieren wollen, kommt deshalb erhöhter Aufwand zu. Sie müssen zunächst genau schauen, wo sich ihre Ziel­gruppe tum­melt und dafür eine passende Strate­gie entwick­eln. Ein­fach nur das gesamte Mar­ket­ing­bud­get in Facebook-Kampagnen zu stecken, wird in Zukunft noch weniger als heute funk­tion­ieren. Und es gibt moch ein ganz anderes Prob­lem, auf das heute Future­biz hin­weist: 70% aller Anfra­gen von Kun­den — so eine aktuelle Studie — wer­den von den Unternehmen nicht beant­wortet. Von “Dia­log auf Augen­höhe” kann da nicht die Rede sein.