Blog Post:Auch wenn die Zahl der Tablets weltweit deutlich hinter den Smartphones zurückliegt, so werden sie doch deutlich stärker zum Surfen im Internet genutzt. In der neuesten Ausgabe des Adobe Digital Index, die gestern auf dem Adobe Summit in Salt Lake City veröffentlicht wurde, wird eine Trendwende festgestellt. "Erstmals haben die Tablets für mehr Traffic auf die Websites gesorgt als die Smartphones", heißt es in der Studie, für die weltweit 100 Milliarden Zugriffe auf mehr als 1000 Top-Websites analysiert wurden. Das Ergebnis: Rund acht Prozent des Traffics dort stammte im Februar 2013 von Tablets, während sieben Prozent von Smartphones kam. Mit Abstand vorn liegen allerdings nach wie vor Desktop-PCs und Notebooks mit einem Anteil von 84 Prozent aller Page-Views. 07032013_Anteile Der höhere Tablet-Anteil resultiert hauptsächlich aus der stärkeren Nutzungsintensität. Wer iPad, Galaxy Tab und Co. vor sich hat, schaut fast doppelt so viele Seiten pro Besuch an als der durchschnittliche Smartphone-User. Die Pageviews per Visit liegen bei Tablets um den Faktor 1,7 höher als bei den intelligenten Handys. Dieser Trend ist weltweit zu beobachten, aber besonders in Großbritannien dominiert die mobile Nutzung sowohl per Handy als auch per Tablet  - im Unterschied zu Deutschland oder Frankreich. In Japan und China bleibt dagegen das Smartphone das beliebteste Gerät zur Internetnutzung. Während in Großbritannien bereits 12,2 Prozent des Traffics von iPad und Co. ausgelöst werden, sind es hierzulande lediglich 5,7 Prozent. Damit liegt Deutschland nach dem Vereinigten Königreich und den USA (9,1 Prozent), Kanada (8,7 Prozent), Australien (7,7 Prozent), Japan (7,4 Prozent) und Frankreich (6,1 Prozent) nur auf Rang 7.
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Die Gestaltung des Tablets - so die Studie - regt besonders zum Online-Einkauf an. Im letzten Weihnachtsgeschäft wurden im weltweiten Durchschnitt bereits 13,5 Prozent aller Online-Käufe via Tablet getätigt. Außerdem sind Besitzer von iPad und Co. sehr viel ausgabefreudiger. Beim Online-Shopping geben sie 54 Prozent mehr aus als die Nutzer von Smartphones. Auch Verbraucher, die ihren Einkauf am heimischen Desktop-PC oder Laptop tätigen, können in puncto Umsatz nicht mit den Tablet-Nutzern mithalten. Diese geben bei ihren virtuellen Shoppingausflügen 19 Prozent weniger aus. Grundsätzlich profitieren die Websites von Handelsunternehmen deshalb weltweit am stärksten vom Tablet-Boom. Auch um sich online über Autos und Reisen zu informieren, sind die mobilen Geräte beliebt. Bei den Telefongesellschaften sind dagegen Smartphones immer noch die größten Traffic-Bringer. Denn häufig wird damit die Telefonrechnung kontrolliert oder bezahlt.
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Für die Marketing-Verantwortlichen bedeuten die neuen Zahlen des Adobe Digital Index, die bisher verbreitete Strategie "Mobile First" in "Tablets First" abzuändern, wenn sie die kaufkräftigsten Zielgruppen erreichen wollen. Gerade in der jetzigen Phase, in der viele Verbraucher mit  den flachen Rechnern experimentieren, kann eine Negativ-Erfahrung mit einer Website dazu führen, dass sie nicht wiederkommen. Denn eine für Handys optimierte mobile Seite sollte sich von einer speziell auf Tablets ausgerichteten Website unterscheiden. Und beide sind anders als die normale Internet-Präsenz zu gestalten. Auch die Nutzungssituationen und -gewohnheiten sind verschieden und sollten berücksichtigt werden. Der Website-Besuch mit dem Tablet muss interaktiver und emotionaler gestaltet sein. Die Kunden wünschen sich hier noch stärker personalisierte Nutzererlebnisse. Wenn sie sich beim Online-Shopping für das Tablet statt des Smartphones entscheiden, wollen sie nicht nur Preise vergleichen - sondern tatsächlich etwas einkaufen. Und sie schauen sich nicht nur einfach einen Videoclip an, sondern wollen herumstöbern und  mit Inhalten interagieren. Deshalb sind sie dann zum Beispiel auch sehr schnell enttäuscht, wenn der Touchscreen oder die Bildschirmauflösung ihres neuen Spielzeugs nicht ins Design einer Seite einbezogen sind. Der IT-Journalist Michael Kroker ("Wirtschaftswoche") nennt die Studienergebnisse in einem Blogbeitrag übrigens ein "neues Paradoxon" und weist auf eine andere Interpretationsmöglichkeit der Zahlen aus dem Adobe Digital Index hin: "Mit rund 15 Prozent aller Zugriffe sind Mobilgeräte also keine vernachlässigbare Größe mehr. Die andere Lesart lautet freilich – in Anlehnung an Mark Twain: Die Nachrichten vom Tod des PC sind stark übertrieben. Schließlich verursachen traditionelle Computer weiterhin stolze 84 Prozent des Internet-Verkehrs." Und auch die Studie "Mobile Commerce in Deutschland" des Kölner E-Commerce-Center Handel (ECC Handel) vom Juli 2012, auf die hier im Blog näher eingegangen wird, hat übrigens das Kaufverhalten der Smartphone- und Tabletnutzer näher untersucht und liefert ebenfalls aufschlußreiche Zahlen.  
Author: Date Created:8 März 2013 Date Published: Headline:Tablets first: Flache Rechner sorgen für mehr Website-Traffic als Smartphones Social Counts: Keywords: Publisher:Adobe Image:http://blogs.adobe.com/digitaleurope/wp-content/themes/pagelines-template-theme/images/no-image.jpg

Auch wenn die Zahl der Tablets weltweit deut­lich hin­ter den Smart­phones zurück­liegt, so wer­den sie doch deut­lich stärker zum Sur­fen im Inter­net genutzt. In der neuesten Aus­gabe des Adobe Dig­i­tal Index, die gestern auf dem Adobe Sum­mit in Salt Lake City veröf­fentlicht wurde, wird eine Trendwende festgestellt.

Erst­mals haben die Tablets für mehr Traf­fic auf die Web­sites gesorgt als die Smart­phones”, heißt es in der Studie, für die weltweit 100 Mil­liar­den Zugriffe auf mehr als 1000 Top-Websites analysiert wurden.

Das Ergeb­nis: Rund acht Prozent des Traf­fics dort stammte im Feb­ruar 2013 von Tablets, während sieben Prozent von Smart­phones kam. Mit Abstand vorn liegen allerd­ings nach wie vor Desktop-PCs und Note­books mit einem Anteil von 84 Prozent aller Page-Views.

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Der höhere Tablet-Anteil resul­tiert haupt­säch­lich aus der stärk­eren Nutzungsin­ten­sität. Wer iPad, Galaxy Tab und Co. vor sich hat, schaut fast dop­pelt so viele Seiten pro Besuch an als der durch­schnit­tliche Smartphone-User. Die Pageviews per Visit liegen bei Tablets um den Fak­tor 1,7 höher als bei den intel­li­gen­ten Handys.

Dieser Trend ist weltweit zu beobachten, aber beson­ders in Großbri­tan­nien dominiert die mobile Nutzung sowohl per Handy als auch per Tablet  — im Unter­schied zu Deutsch­land oder Frankre­ich. In Japan und China bleibt dage­gen das Smart­phone das beliebteste Gerät zur Internetnutzung.

Während in Großbri­tan­nien bere­its 12,2 Prozent des Traf­fics von iPad und Co. aus­gelöst wer­den, sind es hierzu­lande lediglich 5,7 Prozent. Damit liegt Deutsch­land nach dem Vere­inigten Kön­i­gre­ich und den USA (9,1 Prozent), Kanada (8,7 Prozent), Aus­tralien (7,7 Prozent), Japan (7,4 Prozent) und Frankre­ich (6,1 Prozent) nur auf Rang 7.

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Die Gestal­tung des Tablets — so die Studie — regt beson­ders zum Online-Einkauf an. Im let­zten Wei­h­nachts­geschäft wur­den im weltweiten Durch­schnitt bere­its 13,5 Prozent aller Online-Käufe via Tablet getätigt. Außer­dem sind Besitzer von iPad und Co. sehr viel aus­gabefreudi­ger. Beim Online-Shopping geben sie 54 Prozent mehr aus als die Nutzer von Smart­phones. Auch Ver­braucher, die ihren Einkauf am heimis­chen Desktop-PC oder Lap­top täti­gen, kön­nen in puncto Umsatz nicht mit den Tablet-Nutzern mithal­ten. Diese geben bei ihren virtuellen Shop­pin­gaus­flü­gen 19 Prozent weniger aus.

Grund­sät­zlich prof­i­tieren die Web­sites von Han­del­sun­ternehmen deshalb weltweit am stärk­sten vom Tablet-Boom. Auch um sich online über Autos und Reisen zu informieren, sind die mobilen Geräte beliebt. Bei den Tele­fonge­sellschaften sind dage­gen Smart­phones immer noch die größten Traffic-Bringer. Denn häu­fig wird damit die Tele­fon­rech­nung kon­trol­liert oder bezahlt.

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Für die Marketing-Verantwortlichen bedeuten die neuen Zahlen des Adobe Dig­i­tal Index, die bisher ver­bre­it­ete Strate­gie “Mobile First” in “Tablets First” abzuän­dern, wenn sie die kaufkräftig­sten Ziel­grup­pen erre­ichen wollen. Ger­ade in der jet­zi­gen Phase, in der viele Ver­braucher mit  den flachen Rech­n­ern exper­i­men­tieren, kann eine Negativ-Erfahrung mit einer Web­site dazu führen, dass sie nicht wiederkom­men. Denn eine für Handys opti­mierte mobile Seite sollte sich von einer speziell auf Tablets aus­gerichteten Web­site unter­schei­den. Und beide sind anders als die nor­male Internet-Präsenz zu gestalten.

Auch die Nutzungssi­t­u­a­tio­nen und –gewohn­heiten sind ver­schieden und soll­ten berück­sichtigt wer­den. Der Website-Besuch mit dem Tablet muss inter­ak­tiver und emo­tionaler gestal­tet sein. Die Kun­den wün­schen sich hier noch stärker per­son­al­isierte Nutzer­erleb­nisse. Wenn sie sich beim Online-Shopping für das Tablet statt des Smart­phones entschei­den, wollen sie nicht nur Preise ver­gle­ichen — son­dern tat­säch­lich etwas einkaufen. Und sie schauen sich nicht nur ein­fach einen Video­clip an, son­dern wollen herum­stöbern und  mit Inhal­ten inter­agieren. Deshalb sind sie dann zum Beispiel auch sehr schnell ent­täuscht, wenn der Touch­screen oder die Bild­schir­mau­flö­sung ihres neuen Spielzeugs nicht ins Design einer Seite ein­be­zo­gen sind.

Der IT-Journalist Michael Kro­ker (“Wirtschaftswoche”) nennt die Stu­di­energeb­nisse in einem Blog­beitrag übri­gens ein “neues Para­doxon” und weist auf eine andere Inter­pre­ta­tion­s­möglichkeit der Zahlen aus dem Adobe Dig­i­tal Index hin: “Mit rund 15 Prozent aller Zugriffe sind Mobil­geräte also keine ver­nach­läs­sig­bare Größe mehr. Die andere Lesart lautet freilich – in Anlehnung an Mark Twain: Die Nachrichten vom Tod des PC sind stark über­trieben. Schließlich verur­sachen tra­di­tionelle Com­puter weit­er­hin stolze 84 Prozent des Internet-Verkehrs.”

Und auch die Studie “Mobile Com­merce in Deutsch­land” des Köl­ner E-Commerce-Center Han­del (ECC Han­del) vom Juli 2012, auf die hier im Blog näher einge­gan­gen wird, hat übri­gens das Kaufver­hal­ten der Smart­phone– und Tablet­nutzer näher unter­sucht und liefert eben­falls auf­schlußre­iche Zahlen.