Creative Connection

October 7, 2019 /Adobe /

Quo vadis Publishing? Gedanken zu 20 Jahre InDesign Ökosystem

In der Cafeteria des Adobe Büros in Hamburg reißen die freudigen Begrüßungen nicht ab. „Das ist hier wie ein Klassentreffen“, kommentiert Ingo Eichel, Senior Manager Creative Cloud Ecosystem bei Adobe. Und wie bei allen Klassentreffen werden auch heute im Rahmen der Veranstaltung „Quo vadis Publishing – 20 Jahre InDesign Ökosystem“ amüsante Anekdoten aus den wilden Anfangszeiten ausgepackt. Doch natürlich sind die Teilnehmer vor allem zusammengekommen, um in Vorträgen und Diskussionsrunden über die Vergangenheit, Zukunft und die Hintergründe des Publishings zu sprechen.

Ein stückweit ist InDesign auch eine Hamburger Erfolgsgeschichte, erinnert sich Thomas Mührke in seiner Begrüßungsansprache. Bereits Ende der 1980er Jahre entwickelte er mit der Firma „p.ink“ Redaktionssysteme für Burda, Springer oder Time Warner, bevor er mit der 1996 gegründeten Firma „GoLive“ einen leistungsstarken HTML-Editor herausbrachte. Nach einem Treffen mit Shantanu Narayen, damals Head der WorldWideProduct Development Group, heute CEO bei Adobe, begann seine Zusammenarbeit mit dem Entwicklungsteam vom heutigen InDesign. Die Zusammenarbeit war ein echter Erfolg, heute leitet Mührke das Hamburger Adobe Büro als Geschäftsführer Adobe Systems Engineering und als Senior Director für Neue Technologien und Produkte im Digital-Imaging-Bereich.

Als Adobe InDesign vor 20 Jahren auf den Markt brachte, löste das einen tiefgreifenden Umbruch in der Publishingbranche aus: „Quark und PageMaker haben die Desktop Publishing Revolution angestoßen, doch durch innovative Funktionen und vor allem auch die offene Architektur, die von Anfang an auf zuätzliche Lösungen in Form von Skripten und Plugins von Partner setzte ist InDesign rasant gewachsen und hat sich als Marktführer etabliert“, erzählt Ingo Eichel. Heute gibt es tausende Skripte, Plugins oder integrierten Systemlösungen von Entwicklern und Partnern weltweit.

Dieses breitgefächerte Ökosystem bietet Lösungen für ganz unterschiedliche Aufgaben, Bereiche oder Branchen. Die sechs Partner, die in Hamburg diskutiert haben, bieten und entwickeln Lösungen für redaktionelle Abläufe, BrandManagement, Layout-Automatisierung und -Optimierung, Database Publishing aber auch Effizienz und Sicherheit im PDF Workflow.

Die InDesign-Philosophie: Alle Freiheiten gewähren

„Ein Skript kann alles, was ich auch von Hand machen kann – nur schneller“, erklärt Gerald Singelmann von CuppaScript den Reiz der offenen Systemstruktur.

Während Skripte es ermöglichen, individuelle Prozesse und Arbeitsabläufe zu automatisieren, bietet etwa die Lösung „Made to Print“ von Olaf Drümmer seinen Kunden stark automatisierte und standardisierte Ausgabeworkflows. So können sowohl kleine Teams als auch große Unternehmen Inhalte schneller und einheitlicher gedruckt oder über digitale Kanäle bereitstellen.

Einen wichtigen Auftrag für die Zukunft sieht Markus Kuhnert außerdem darin, Mikroservices für verschiedene Cloudlösungen zu entwickeln, um Workflows besser individuell zusammenstellen zu können. Daran arbeitet er mit seiner Lösung „12edit“, die sich der Optimierung von Brand Management und Übersetzungsworkflows widmet.

Durch die zahlreichen, weit verbreiteten Partnerlösungen im Bereich Web2Print auf Basis von InDesign sind sich viele Kunden gar nicht darüber bewusst, dass die Adobe-Software dahintersteckt. Und das, obwohl Kunden etwa die Brandmanagement-Lösungen oder InDesign-basierte Publishingsysteme in ihrer täglichen Arbeit nutzen. Dank intelligenter Templates für Broschüren oder Magazine müssen sie das aber auch gar nicht.

Andreas Michalsky spricht aus langjähriger Erfahrung in der Web2Print Branche. Heute konzentriert er sich mit seiner Firma CI Hub darauf, künftig in einer zentralen Cloud-basierten Datenbank alle CI Regeln und Brand Elemente wie Bilddatenbanken, CMS oder CRM Systeme miteinander zu verknüpfen und so sicherzustellen, dass alle Kanäle und Werbematerialien immer auf dem neusten Stand der Corporate Identity sind. Angesichts der zunehmenden Content Velocity ist das eine echte Unterstützung für Marketer, die immer mehr Kanäle mit immer mehr Inhalten bespielen müssen.

Ideen für die nächsten 20 Jahre

Genau dieses hochgradig adaptive Grundkonzept macht InDesign zu einem „zeitlosen Meisterstück“, stellt Horst Huber, Geschäftsführer von Werk II fest. Doch auch ein Klassiker muss mit der Zeit gehen, da sind sich alle Diskussionsteilnehmer einig. Die Ära des klassischen Desktop Publishings neigt sich dem Ende zu, Publishing 3.0 rückt den Kunden konsequent in den Fokus.

Und der wünscht sich personalisierte Erlebnisse und die Bereitstellung von Content für die verschiedenen Kanälen. „Wir beobachten in der Medienlandschaft rasante Veränderungen. Inhalte müssen immer schneller bereitstehen, gleichzeitig immer stärker personalisiert und für mehrere Ausgabekanäle aufbereitet werden“, stellt Ingo Eichel fest. Gleichzeitig sinke auch die Bereitschaft, sich wirklich in ein Programm einzufuchsen, bemerkt Andreas Schrader, CEO und Gründer von vjoon.

Eine Lösung heißt Adobe Sensei. Das Framework für Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen von Adobe nimmt Designern bereits heute Routineaufgaben ab und gibt ihnen so mehr Zeit für echte Kreativität.

Die KI nimmt in Zukunft also vermehrt Routinearbeiten ab, macht die Bedienung einfacher, automatisiert Prozesse und stellt Werkzeuge bereit.

Angesichts einer so aktiven Community mangelt es nicht an Ideen für die nächsten 20 Jahre InDesign. Und so nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, die im Rahmen der Podiumsdiskussion angestoßenen Themen bei Fingerfood und Getränken weiter zu vertiefen.

Adobe

Join the discussion