Creative Connection

Cleveres Design für Briefkopf, Visitenkarte und Co.

Stell dir doch mal vor, du erhältst Post von deinem Anwalt, Arzt oder Steuerberater. Der Inhalt dieses Briefes ist wichtig, aber das Logo ist verpixelt oder zu klein. Das eilig erstellte Design dieser Firma wirkt unausgereift und lieblos und diese Art der Firmenpräsentation lässt dich daran zweifeln, ob deine Geschäftsbelange, deine Gesundheit oder dein Vermögen dort in guten Händen sind.

Briefköpfe oder Visitenkarten mit unprofessionellem oder langweiligem Design können der Glaubwürdigkeit deiner Marke schaden. In nahezu allen Geschäftszweigen wird eine Geschäftsausstattung benötigt, d. h. Visitenkarten, Briefpapier mit Kopf und passende Kuverts. Ein gutes Design solcher Materialien hebt dein Unternehmen von der Masse ab, dessen solltest du dir auf jeden Fall bewusst sein.

Kreativität innerhalb strikter Grenzen

Für Geschäftspapiere gibt es allgemeine Standards, weshalb das Design allzu oft recht fantasielos ausfällt. Strikte Richtlinien geben vor, wie viel Platz verwendet werden darf und welche Informationen vorhanden sein müssen. Sieh dir doch einmal einige wirklich innovative, kreative Lösungen an. Du wirst feststellen: Grenzen können die Kreativität beflügeln. Sobald  du erkannt hast, welche Vorgaben unumgänglich sind, konzentriere dich weniger auf die Einschränkungen dieser Vorgaben, sondern vielmehr darauf, wo keine Einschränkungen gelten. Bei Behance wirst du viele inspirierende Beispiele finden.

Das Biorestaurant „The Green Panther“ wollte ein Rebranding, das eine moderne, nachhaltige Lebensweise und eine Assoziation mit dem Dschungel vermittelt, die ohne die Farbe Grün auskommt. Diese Einschränkungen führten zu einem großartigen Design, das Recycling-Materialien verwendet und sich im gesamten Markenauftritt des Restaurants widerspiegelt. Von SU PARK.

Design-Prinzipien und Best Practices für Briefkopf, Visitenkarte und Co.

Berücksichtige beim Designen folgende Fragen:

  • Welches Ziel verfolgt deine Marke? Betrachte die Geschäftsausstattung im größeren Kontext, als eine weitere Möglichkeit der Markenpräsentation. Die vermeintlich unscheinbaren Designs und deren Wirkung auf die Markenwahrnehmung von Kunden sollten keinesfalls unterschätzt werden. Die Erarbeitung des Briefpapier-Designs verdient ebenso viel Hingabe und Kreativität wie der Entwurf eines Logos.

    Sorge dafür, dass alle Elemente der Geschäftsausstattung deine Marke in gleicher Weise widerspiegeln. Von FOREIGN POLICY.

  • Welchen Charakter hat deine Marke? Die Geschäftsausstattung muss als Teil des ganzheitlichen Marken-Images gesehen werden. Junge, angesagte Marken werden sich für ein anderes Design entscheiden als alteingesessene Unternehmen. Firmen, die in derselben Branche tätig sind, suchen nach Möglichkeiten, sich von ihren Mitbewerbern abzugrenzen. Auch du solltest dir also nicht nur Gedanken über das Design deines Briefpapiers machen, sondern auch über die Persönlichkeit deiner Marke als Ganzes.

    Bringe die Persönlichkeit deiner Marke auf der Geschäftsausstattung zum Ausdruck. Von WILL CUNDALL.

     

  • Wie hebst du dich von der Menge ab? Manchmal sind extravagante Designs wie gemacht für eine Marke. Man kann sich jedoch genauso gut bemerkbar machen, indem man bewusst auf clevere Design-Tricks verzichtet. Schon kleine Details wie die Qualität oder Struktur des Papiers, mit dem du arbeitest, oder die Drucktechnik (Hochdruck, Folienprägung usw.) können den Unterschied machen. Jeder hat ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie eine Visitenkarte aussieht. Daher werden schon die geringsten Abweichungen davon zum Blickfang für deine Kunden. So kann beispielsweise ein ungewöhnliches Format für eine Visitenkarte (z. B. eine Postkarte) Interesse wecken. Spiele mit Ideen wie einer speziellen Oberflächenstruktur, einem anderen Druckmaterial als Papier oder Ausstanzungen zu dekorativen oder gar praktischen Zwecken.

    Schweres Baumwollpapier mit Prägedruck macht einen professionellen Eindruck. Von CONCREATE STUDIO.

    Wie passt Briefpapier noch in die digitale Welt? Visitenkarten und Briefpapier sind die letzten Bastionen haptischer Kommunikation mit Kunden in der heutigen, zunehmend digitalen Welt. Selbstverständlich ist die digitale Präsenz deiner Marke wichtig. Aber auch das taktile Erlebnis, wenn ein Kunde eine Visitenkarte oder ein Brief von dir in der Hand hält, kann einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Manche Regeln gelten immer.

Designs für Geschäftsausstattungen lassen viel Spielraum für Kreativität. Dennoch gibt es einige Regeln zu beachten. Hier einige Beispiele:

  • Schriftgröße: Auch wenn der Platz begrenzt ist, sollte die Schriftgröße bei Visitenkarten generell nicht kleiner sein als 7 Punkt und bei Briefköpfen idealerweise 9 oder 10 Punkt betragen. Entscheidend ist die Lesbarkeit.
  • Hierarchie: Die wichtigsten Informationen sollten in deinem Design gleich ins Auge springen. Meistens sieht man bei Visitenkarten und Briefpapier als Erstes das Firmen-Logo, gefolgt von Name, Tätigkeit und Kontaktdaten des Ansprechpartners. Raster mit typischen Layouts für Geschäftspapiere können bei der Anordnung der Informationen hilfreich sein.
  • Auflösung: Um optimale Druckergebnisse zu erzielen, solltest du Bilder mit einer Mindestauflösung von 300 dpi verwenden.
  • Farbe: Arbeite im CMYK-Farbmodus, es sei denn, du arbeitest mit weniger als vier Farben oder ausschließlich mit Volltonfarben.
  • Format: Das Standardformat einer Visitenkarte ist 85 x 55 mm. Hinzu kommt ein etwa 20 mm breiter Rand für Design-Elemente oder Hintergründe, die über die Kartenkanten hinaus gedruckt werden.
  • Schrift: Beschränken Sie sich auf eine oder zwei Schriftfamilien, die optisch harmonieren. Wenn Sie mehr als eine Schrift verwenden, achten Sie darauf, dass sich die Schriften ausreichend voneinander unterscheiden. Eine Schriftart mit Serifen und eine serifenlose Schriftart harmonieren beispielsweise sehr gut, zwei Serifenschriften in der Regel nicht.

Wähle Schriften, die optisch harmonieren. Von CANDICE RALPH.

Diese Richtlinien sind nicht der Weisheit letzter Schluss. Das Spiel mit der Erwartungshaltung, wie eine „ordentliche“ Visitenkarte aussehen sollte, kann viele neue Ideen hervorbringen. Achte nur darauf, dass dein Design gut lesbar ist und die Zwecke deines Unternehmens erfüllt.

Erste Schritte

Visitenkarten und Briefpapier mit hochwertigem, durchdachtem Design heben dich von deiner Konkurrenz ab. Beginne mit den InDesign-Tutorials, und lade anschließend eine Vorlage von Adobe Stock herunter, die du für deine Zwecke anpassen kannst. In weiteren Tutorials erfährst du, wie du Schriften aus Typekit hinzufügst (hier stehen mehr als 4000 Schriften zur Auswahl) oder Projekte und Projektkomponenten in Creative Cloud-Bibliotheken speicherst.

Eine ansprechende Geschäftsausstattung kann gerade bei großer Konkurrenz zu einem wichtigen Alleinstellungsmerkmal werden. Überlege dir, wie du die gestalterischen Grenzen von Standardvorgaben für Geschäftspapiere auf kreative Weise überwinden kannst. Das ist der beste Ausgangspunkt für ein Design, das das Wesen Ihrer Marke perfekt wiedergibt.

Branding, Design, Inspiration

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  • By Michael Altmann - 2:00 PM on April 7, 2017   Reply

    Der im Aufmacherbild gezeigte Brief ist zwar schön minimalistisch gestaltet, aber leider nicht DIN 5008-konform.

  • By Michael@marainer.de - 3:35 PM on April 7, 2017   Reply

    Dieses Thema ist eigentlich schon uralt, scheint aber immer noch aktuell zu sein, wie man sieht. Oder ist es nun wieder ganz besonders aktuell, wo doch so viel über papierlose Kommunikation läuft? Es macht schon Eindruck, Post auf einem gut gestylten Briefbogen zu erhalten.

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