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Bunt, bunter, Stuttgart – das kreative Integrations-Projekt von vier Mediendesign-Studenten

Die Macher hinter "Stuttgart - simply colourful": Vera Oberlader, Romana Wiesner, Fabian Karrer und Annika Heß.

Die Macher hinter “Stuttgart – simply colourful”: Vera Oberlader, Romana Wiesner, Fabian Karrer und Annika Heß.

Im letzten Teil unserer Porträt-Serie zum Red Dot: Junior Prize präsentieren wir euch die vier Macher hinter dem Projekt “Stuttgart – simply colourful”.

Was macht eine Stadt aus? Ist es die Architektur, die Lage oder die Geschichte? Oder sind es ganz einfach die Menschen, die einem Ort seine besondere Identität verleihen? Diese Fragen haben sich Vera Oberlader (26), Annika Heß (23), Fabian Karrer (22) und Romana Wieser (25) für ihr Projekt „Stuttgart – simply colourful“ gestellt. „Die verschiedenen Kulturen machen die Stadt aus. Jeder Mensch, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft, ist ein Teil des Erscheinungsbildes“, erklärt Annika Heß.

Um diesen Gemeinschafts-Gedanken visuell zu veranschaulichen, entwickelten die vier Mediendesign-Studenten der DHBW Ravensburg ein umfangreiches Kreativ-Konzept, das die Kommunikation und Integration in der Schwabenstadt fördern soll. „Mit dem Projekt wollten wir eine klare Position beziehen. Ein bunter Mix macht doch eine Stadt aus. So steht in unserem Konzept Farbe als Symbol dieser Vielfalt“, sagt Fabian Karrer.

Von der inspirierenden Fotobox zur Integration der ganzen Stadt

„Die Aufgabenstellung lautete, das Erscheinungsbild einer Stadt zu verändern. Da wir alle Schwaben sind, haben wir uns für Stuttgart entschieden. Wir wollten mit der Arbeit einen Teil zur Flüchtlingsdebatte beitragen, so kamen wir zu dem integrativen Hintergrund“, erläutert Annika Heß.

Für ihr Projekt konstruierten die Nachwuchsdesigner eine zwei Meter hohe bunte Fotobox, mit der der Nutzer über einen Bildschirm kreativ interagieren kann. Nach der Beantwortung einiger Fragen druckt die Box ein Porträt als individuelle abstrakte Grafik. Gleichzeitig dient das Foto als Postkarte.

„Die Box fragt den Nutzer etwas Persönliches wie das Alter oder Geschlecht und etwas über die Stadt Stuttgart. Anschließend wird ein Foto von der teilnehmenden Person aufgenommen. Daraus entwickelt die Box eine abstrakte Grafik. Da das Porträt gleichzeitig eine Postkarte ist, kann der Integrations-Gedanke um die ganze Welt geschickt werden“, erläutert Fabian Karrer das Konzept, das auf seinem Behance-Profil und seiner Homepage näher erläutert wird.

Durch die Abfolge der Fotobox führt ein Assistent, der den Nutzern auf Basis eines Click-Dummys präsentiert, wie das spätere Ergebnis aussehen könnte. Als Rechner kommt ein iPad zum Einsatz.  Die Benutzerfreundlichkeit der interaktiven Abfolge auf den Screens testeten die vier Studenten, indem sie Bürger aus der Stadt in die Universität einluden. Da die Fotobox bisher nur ein Prototyp ist, beruhen die abstrakten Porträts auf Grafiken, die die Vier in Adobe Illustrator erstellen. Für eine finale Umsetzung der Box müsste eine umfangreiche Software noch geschrieben werden.

Prototyp sucht Platz: So könnte Stuttgart zu einer großen Porträt-Galerie werden

Stuttgart_simplycolourful_4Bislang stand die Fotobox zu Demonstrationszwecken zeitweilig im Hochschulgebäude der DHBW Ravensburg. Liebend gern würde das Macher-Quartett weitere Fotoboxen in der ganzen Stadt aufstellen. „Das auffällig Design der Box würde viel Aufmerksamkeit für unser Projekt erregen“, ist sich Fabian sicher.

Darüber hinaus sollen die abstrakten Porträts das gesamte Erscheinungsbild Stuttgarts verändern. „Die Stadt hat sehr viele kubische Elemente wie die Fassade des Kunstmuseums. Die Porträts könnten darauf super platziert werden. So würden wir den gesamten Raum Stuttgarts für unser Projekt nutzen“, sagt Annika Heß. Dafür sieht das Konzept der vier Nachwuchsdesigner vor, dass zum Beispiel auf Bussen, Rolltreppen und Spielplätzen die abstrakten Porträts abgebildet werden.

Eine Finanzierung und Umsetzung weiterer Installationen in der Stadt wird gerade geprüft. „So wäre das Projekt allgegenwärtig. Die Menschen hätten Spaß an den bunten Porträts und die Integration könnte gefördert werden“, sagt Annika Heß.

Simply colourful – mit den Tools der Adobe Creative Cloud

Die vier Kreativ-Talente profitierten bei ihrem Projekt von vielen Tools der Creative Cloud. „Das Logo und die grafischen Elemente unserer Arbeit haben wir mit Illustrator entworfen. Die Konzeptbilder für eine mögliche Verwendung in der Stadt sind mit Photoshop entstanden und das Case-Video haben wir mit Audition und Premiere erstellt“, gibt Annika Heß Einblick in den kreativen Prozess.

„Best of the Best“ als Sprungbrett zur Kreativ-Karriere

Neben einer Nominierung für den German Design Award 2016 und dem Gewinn des D&AD Wooden Pencil erhielt „Stuttgart – simply colourful“ die Auszeichnung „Best of the Best“ im Rahmen des Red Dot: Junior Prize. „Unser Dozent hat uns empfohlen unser Projekt einzuschicken. Mit der Auszeichnung haben wir überhaupt nicht gerechnet“, sagt Annika Heß. Fabian blickt bereits euphorisch auf die Preisverleihung am 6. November 2015 im Konzerthaus Berlin. „Für uns ist das eine Riesenchance. Wir sind jetzt schon aufgeregt und hoffen natürlich auf den Award.“

Für die vier Grafikdesigner kann der Award zum Sprungbrett der Kreativ-Karriere werden. Während Vera Oberlader und Annika Heß nach ihrem Bachelor erste praktische Erfahrungen in einer Werbeagentur sammeln, sind Fabian Karrer und Romana Wiesner noch auf der Suche nach dem idealen Job. „Ich möchte zu einem Designbüro, bei dem der Stil und die Menschen passen. Die Auszeichnung ‚Best of the Best‘ ist bei der Suche tolle Eigenwerbung“, erklärt Fabian Karrer.

Mehr aus unserer Porträt-Reihe zu den “Best of the Best” des Red Dot: Junior Prize:

Zum Porträt von Videokünstlerin Viola Konrad
Zum Porträt von Illustratorin Lara Wilkin
Zum Porträt von Medienfassaden-Spezialist Lukas Loss
Zum Überblicks-Post

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