Creative Connection

UX-Design-Talent Roland Lehle: „Ich kann dazu beitragen, den smarten Alltag der Menschen einfacher zu gestalten“

Dürfen wir vorstellen? Roland Lehle ist unser neuer „Adobe Fav“. Der Produkt- und UX-Designer ist ein echter Gadget-Fan. In einer digitalen Welt aufgewachsen, möchte er unseren digitalen Alltag mit intuitiv designten Apps noch ein wenig smarter machen. Bei seiner Arbeit profitiert er von vielen Tools der Creative Cloud. Der 24-Jährige wollte ursprünglich technischer Zeichner werden, ehe er beim Kommunikationsdesign-Studium an der Akademie U5 in München seine Berufung fand. Warum er nach dem gerade absolvierten Diplom eine Festanstellung der Selbständigkeit vorzieht und was an aktuellen Smart-Home-Apps dringend besser werden muss, erklärt er im Interview.

Hallo Roland, du bist unser neuer „Adobe Fav“. Angenommen, du möchtest in eine WG einziehen, in der nur Designer wohnen. Vorstellen musst du dich mit einer eigenen Design-Kreation deiner Wahl. Welche nimmst du und was sagt sie über dich aus?

Ich würde eine Planungs-App für den WG-Putz designen. Da das Putzen in der WG ja in der Regel nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen der Bewohner gehört, wäre es doch wenigstens schön, wenn der digitale Putzplan mit einem ansprechenden Design zu der Aufgabe motiviert. Mit dieser Idee könnte ich auch gleich meine Spezialität vorstellen. Smartphone- und Smartwatch-Apps zu gestalten ist meine große Leidenschaft.

Was genau reizt dich an der Gestaltung von (digitalen) Produkten?

Ich möchte Produkte mit Wow-Faktor kreieren, die nicht nur andere Menschen begehrenswert finden, sondern die ich auch selbst gern benutzen würde. Als Produkt- und UX-Designer – UX steht für User Experierence – kann ich zentralen Einfluss auf die Identität und Bedienbarkeit eines Produktes nehmen. Ich bin ja in den digitalen Wandel reingeboren – daher die Affinität zu smarten Produkten und mobilen Apps. Sie sind Teil meiner Umwelt, unseres Lebensstils, unserer Gesellschaft. Mein Beruf ist eine wunderbare Chance, dies alles – zumindest zu einem kleinen Teil – mitzugestalten. Ich kann dazu beitragen, den Alltag der Menschen einfacher zu gestalten. Dieser Gedanke steckt zum Beispiel auch hinter der G Smart Bottle, deren Konzept ich im Rahmen meiner Diplomarbeit entworfen habe. Das ist ein Trinkgefäß mit App-Anbindung, das Nutzern dabei hilft, hydriert zu bleiben.

Konzept: G Smart Bottle von Roland Lehle

Design-Konzept: So könnte das smarte Trinkgefäß aussehen, das Nutzern dabei hilft, hydriert zu bleiben. Entworfen hat es Roland Lehle mithilfe der Creative Cloud.

Inwiefern hat dir die Creative Cloud bei einem Entwurf der G Smart Bottle geholfen?

Den Trinkgefäß-Dummy habe ich zwar an der Werkbank meines Vaters gefertigt. Aber das App-Konzept ist durch und durch ein Kind der Creative Cloud. Sie war für mich ein regelrechter Werkzeugkasten für die App-Gestaltung. Der Hauptteil ist in Photoshop CC entstanden. Dank Smart Objects konnte ich zuvor mit Illustrator CC erstellte Vektorformen dort ganz einfach einfügen. Sehr praktisch: für die Vektorgrafiken habe ich mich von Strukturen an meinem Lieblingsplatz an der Isar inspirieren lassen und diese mit der Smartphone-App Adobe Shape in bearbeitbare Vektorformen festgehalten. Von der Smartphone-App zur Smartphone-App. So schließt sich der Kreis.

Ein smarter Trinkbecher, der deiner G Smart Bottle ähnelt, hat bei Kickstarter Furore gemacht. Inwiefern wäre es attraktiv für dich, selbst zum „Erfinder“ zu werden, und als Unternehmer das von dir designte Produkt zu vermarkten?

Tatsächlich kann ich mir sehr gut vorstellen, irgendwann als Gründer in Eigenregie Produkte zu launchen. Da ist ein sehr großes, aber vorerst sehr fernes Ziel. Als Designer habe ich mit meinem Konzeptentwurf zwar einen wesentlichen Teil meiner Arbeit erledigt. Aber zu solch einem Projekt gehört ja noch viel mehr: Die Programmierung der App durch Entwickler, das Erstellen eines Prototyps durch Ingenieure, Abgleich zwischen Funktionalität und Design, Tests, Produktion und Anderes. Ich sehe das so: Ein solches oder ähnliches Produkt zu verwirklichen, läuft mir nicht weg. Bevor ich mit einem eigenen Unternehmen ein Abenteuer beginne, möchte ich lieber erst innerhalb von Unternehmen Erfahrungen sammeln. Ich fange daher jetzt als Junior Designer beim Produktdesign-Spezialisten Phoenix Design in München an.

Warum hast du dich für eine Festanstellung und gegen eine Tätigkeit als Freelancer entschieden?

Erfahrungen als Freelancer habe ich bereits parallel zum Studium gesammelt, nachdem verschiedene Agenturen auf mein Behance-Profil aufmerksam geworden sind. Jetzt möchte ich gern die Prozesse in Unternehmen von Innen kennenlernen. Von der Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten kann ich sicher viel lernen.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre, aber wenn du es dir aussuchen könntest, welches Produkt möchtest du in deinem neuen Job am liebsten designen?

Ich finde das Thema Smart Home sehr interessant, da ich ein großer Technik-Freak bin und auf Gadgets stehe. Per Smartphone Rollläden oder das Licht zu bedienen, finde ich genial. Smart Home wartet ja noch auf den großen Durchbruch. Das liegt meiner Meinung nach auch daran, dass viele entsprechende Apps unaufgeräumt und Bedienelemente nicht sinnvoll angeordnet sind. Das UX-Design wird in diesem Bereich oft stiefmütterlich behandelt. Bei einer gut gestalteten App muss man erst gar nicht über die Funktion eines Buttons nachdenken. Wenn ich mit einer intuitiv bedienbaren App einen kleinen Beitrag zum Erfolg von Smart Home leisten könnte, wäre ich glücklich.

Vielen Dank für das Gespräch.

Wo und wie Roland Lehle am liebsten Inspiration sammelt und wie sehr die Creative Cloud seine Arbeit bei seinen App-Konzepten bereichert, verrät er in diesem YouTube-Video.

Getreu dem Blog-Motto „Creative Connection“ freut sich unser neuer „Adobe Fav“ Roland Lehle über euren Kontakt bei Behance und über seine Webseite.

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