Creative Connection

April 21, 2017 /Design /Inspiration /

Fragen stellen, flexibel sein, Prototypen herstellen: Wie man einen Traumjob im Design an Land zieht

Jeden Tag lösen wir neue Probleme, erstellen neue Arbeitsabläufe und gehen an die Grenzen dessen, was unsere Plattform erreichen kann. Dazu braucht es Leute, die mehr als nur herausragende Design-Fähigkeiten haben. Über die Jahre habe ich beim Aufbau von Designteams festgestellt, dass es einige zusätzliche Eigenschaften gibt, mit denen sich Designer von der Masse abheben können.

Zunächst suche ich nach Designern, die wissbegierig sind. Mit einem tollen Portfolio und erwiesenen Erfolgen sichert man sich ein erstes Gespräch. Aber das, was einen Designer vom Rest abhebt, sind seine Neugier und sein Engagement beim Lösen menschlicher Probleme. Ich möchte wissen, dass ihr richtig in ein Problem eintauchen und es über den gesamten Zyklus verfolgen könnt. Das bedeutet, Fragen zu stellen, Antworten zu erhalten und das Ganze bei Bedarf wieder und wieder zu wiederholen.

Das Talent eines Designers muss es sein, eine Fülle von Informationen in eine schlüssige Lösung zu verwandeln. Aber ohne gute Informationen als Ausgangsbasis wird das selbst dem versiertesten Designer schwerfallen.

Konzentriert euch auf das Problem

Während eures Gesprächs möchte ich etwas über Probleme und eure Lösungen dafür erfahren. Wenn ihr mir ein Projekt aus eurem Portfolio zeigt, möchte ich wissen:

  • Was war an dem Problem interessant?
  • Wo seid ihr Hindernissen begegnet und wie habt ihr sie gemeistert?
  • Welche Recherchen habt ihr bei echten Kunden durchgeführt, um das Problem zu lösen?

Das geht über das im Allgemeinen akzeptierte Aufgabenfeld eines Designers – also jemand, der die Rohmaterialien produziert – hinaus. Design muss in seinem Zentrum kundenorientiert sein. Ich suche daher nach Leuten, die mit Nutzern sprechen wollen, die untersuchen wollen, was andere Unternehmen zur Lösung von Problemen tun.

Zeigt eure Wissbegier

Diese Philosophie geht über den Einstellungsprozess hinaus. Wenn ein neuer Designer zu Adobe kommt, sage ich ihm immer: Momentan ist mir nur wichtig, wie viele Fragen du stellst. Zunächst geht es nicht darum, wie produktiv ihr seid oder wie ausgefeilt ihr sein könnt – sondern darum, wie schnell ihr unsere Kunden und ihre Bedürfnisse versteht.

Es ist ein gutes Zeichen, wenn ein neuer Designer mich mit vielen Fragen bombardiert. Löchert mich. Nervt mich mit eurer Wissbegier. Das bedeutet, dass ihr einer der Designer seid, die nicht aufgeben.

Seid anpassungsfähig, nicht perfektionistisch

Mit Software ist das so: Sie ist nie fertig. Es gibt einfach nur die nächste Version davon. Wir lernen ständig weiter, wir passen ständig an und wir verbessern ständig. Anpassungsfähigkeit und ein Engagement für Verbesserungen sind wesentlich wichtiger, als das Design gleich beim ersten Mal perfekt hinzubekommen.

Wenn Entwicklungen schnell vonstatten gehen und ihr ständig euer Verständnis der Problemlösung neu kalibriert, müsst ihr VUCA aushalten können:

  • Volatility – Flüchtigkeit
  • Uncertainty – Unsicherheit
  • Change – Veränderung
  • Ambiguity – Unklarheit

Kurz gesagt: Veränderung ist eine ständige Chance, kein Hindernis.

Fähigkeiten im Prototyping sind euer größter Vorteil

Eine weitere Fähigkeit, die uns wichtig ist, ist die Fähigkeit zum Prototyping. Wenn ihr euer Design als eine interaktive Erfahrung ausdrücken könnt statt mit einem statischen Mockup oder einem Drahtmodell, verleiht ihr unserem Prozess mit einem Schlag mehrere Wertebenen.

  • Euer Design ist auf Interaktivität ausgerichtet. Die Anfertigung eines Prototyps zwingt den Designer dazu, zu berücksichtigen, wie eine Erfahrung auf Nutzer-Input reagiert – wenn ein Nutzer beispielsweise seinen Finger auf ein Element hält oder etwas anklickt, wenn Daten geladen werden oder wenn ein Fehler aufgetreten ist. Sie zwingt uns auch zu Ehrlichkeit hinsichtlich der Art, wie etwas auf einem Smartphone oder in einem Browser aussieht. Oft ist es ein großer Unterschied, wie etwas auf einer Zeichenfläche aussieht und wie es tatsächlich im Markup erscheint.
  • Euer Design wird prüfbar. Wenn ihr statische Designs prüfst, fehlt viel wichtiger Kontext für die Erfahrung. Wenn ein Nutzer nicht etwas erlebt, das sich wie ein echtes Produkt anfühlt, ist die Rückmeldung von diesem Nutzer fragwürdig.
  • Ihr habt für ein besseres Projektergebnis gesorgt. Das Ausdrücken der Lösung als Prototyp führt zu einer besseren Designspezifikation als flache Mockups, die gemessen und umrissen werden müssen. Techniker erhalten eine klarere Vorstellung von der gewünschten Erfahrung, wenn sie am Prototyping-Prozess teilhaben können. Außerdem sind Prototypen wesentlich anpassungsfähiger und leichter umzusetzen.

Prototyping-Fähigkeiten sind für uns äußerst wertvoll. Wenn ihr über diese Kompetenzen verfügt, werdet ihr feststellen, dass Unternehmen wie Adobe ernsthafte Anstrengungen unternehmen werden, um euch einzustellen.

Unerfahrene Designer haben einen Vorteil

All die erwähnten Attribute haben nichts damit zu tun, wie viele Jahre Erfahrung ihr habt. Menschen mit diesen Eigenschaften sind in der Tat oft diejenigen, die am Anfang ihrer Laufbahn stehen.

Designer, die kürzlich ihre Ausbildung abgeschlossen haben oder gerade in das Feld gewechselt sind, verfügen oft über die oben beschriebenen Attribute: Wissbegier, Anpassungsfähigkeit und die Fähigkeit, einen funktionierenden Prototypen herzustellen. Das ist für Manager wie mich wirklich wertvoll.

Zeigt ihr mir oder einem anderen Manager, der nach Leuten sucht, diese Eigenschaften, dann seid ihr auf dem besten Weg, einen tollen Job an Land zu ziehen. Noch besser: Ihr seid auf dem besten Weg, bei einem tollen Team mitzuarbeiten, das beim Design ganz vorne mit dabei ist.

 

Design, Inspiration

Join the discussion