Creative Connection

Creative Layover in Paris – Drei Photoshop-Künstler aus der französische Metropole

Bienvenue à Paris, dem Schauplatz unserer Ausgabe „Creative Layover“. Hier stellen wir Photoshop-Künstler vor, die vor Ort leben und in drei interessanten Kategorien arbeiten: Fotografie, Bildbearbeitung und Grafik-Design/Illustration. Paris ist für viele die Stadt der Liebe. Die Künstler dieser Ausgabe widmen sich jedoch einer anderen Tradition der Stadt: der Kunst. Nutzt den Kurz-Trip nach Paris und lasst euch von den Werken dieser drei Talente aus Paris verzaubern. Allez, allez – entdeckt mit mir die neue Ausgabe unserer Kurz-Trips zu Kreativen.

Paris

Mit berühmten Wahrzeichen – ob Eiffelturm, Arc de Triomphe oder Museen wie dem Louvre, in dem europäische Kunstwerke aus vielen Jahrhunderten zu sehen sind – blickt die Stadt der Lichter auf eine lange, ereignisreiche Geschichte der Kunst und Kultur zurück. Paris ist eine Stadt, in der sich Künstler nicht nur entfalten können, sondern auch als wesentlicher Bestandteil der französischen Kultur anerkannt werden. Während die traditionelle Kunst auch weiterhin von großer Bedeutung ist, hat sich die Pariser Kunstbranche in den vergangenen Jahrzehnten weiter entwickelt und neue, moderne Kunstformen ins Leben gerufen. Lerne drei Künstler kennen, die für diese Entwicklung stehen: Josselin, Guillaume und Steeven.

Fotograf: Josselin Cornou

Der französische Fotograf Josselin Cornou wurde 2017 mit dem Sony World Photography Award ausgezeichnet. Diese Ehrung kam nicht von ungefähr, denn er widmet der Fotografie viele Stunden seines Tages. Er erklärt uns: “Diese Leidenschaft, die wir als Fotografie bezeichnen, ist ein hart umkämpfter Bereich. Man kann ästhetische Kunstwerke erschaffen. Meiner Ansicht nach besteht aber die echte Herausforderung darin, über Landschaftsfotografien authentische Emotionen zu vermitteln.” Wie in den meisten Bereichen des Lebens “ist es wichtig, das Gleichgewicht zu finden und ich weiß, dass meine Arbeit gelungen ist, wenn völlig fremde Menschen genau die Gefühle empfinden und zum Ausdruck bringen, die ich vermitteln wollte.” Für den Künstler ist Ästhetik eine Kombination aus dem perfekten Moment und der perfekten Tonalität.

An early morning in Paris (Früher Morgen in Paris). „Zwei ganz wichtige Regeln der Fotografie sind Geduld und Wiederholung. An diesem Morgen in Paris kamen die Vögel sehr nah an meine Kamera heran. Ich hoffte, dass sich dieser Moment wiederholen würde, und wartete geduldig auf eine zweite Chance. Da es an diesem Morgen sehr neblig war, habe ich mich für schwarz-weiß entschieden, um die Stimmung authentisch zu vermitteln.“

Lonely solitude (Die Schönheit des Alleinseins). „Das ist eine Aufnahme der roten Torbögen (Torii) in Kyoto. Das Abendlicht setzte die Szene ins perfekte Licht. Da ich nur ein f1.8 /55 mm-Objektiv zur Hand hatte, musste ich die Brenizer-Methode (auch als Bokeh-Panorama bekannt) verwenden, um die nötige Tiefe zu erhalten und den Übergang von Unschärfe zu Tiefenschärfe anzupassen. Mit Photoshop war es einfach, die verschiedenen Fotos zusammenzufügen.“


Tabular Iceberg (Eis/Tafelberg). „Im März 2016 unternahm ich eine Reise zur antarktischen Halbinsel. Auf dem Weg zum südlichen Polarkreis glitt unser Boot geräuschlos an 30 Meter hohen Tafelbergen aus Eis vorbei, die vom Larsen-Schelfeis weggebrochen waren. Diese faszinierenden Strukturen bildeten eisige Korridore und ein riesiges Labyrinth – kurz gesagt, ein spektakuläres Motiv. Ich nahm mein 70-200 mm-Objektiv und probierte verschiedene Blickwinkel und Einstellungen aus, um die geometrischen Besonderheiten dieser Eisformationen zur Geltung zu bringen. Nachdem ich mir eine genaue Vorstellung gemacht hatte, musste ich auf den perfekten Moment warten. Ich hatte nur wenige Sekunden Zeit, die Szene richtig einzufangen.“ (Dieses Foto wurde von der World Photography Organization zu einer der zehn besten Naturfotografien (offene Kategorie) nominiert.)

Josselins Tipps, Tricks und Ratschläge: Bei Landschaftsaufnahmen “lohnt es sich, Belichtungsreihen mit drei bis fünf Aufnahmen derselben Szene zu machen – das erfordert zwar mehr Speicherplatz, aber dafür ist die Flexibilität bei der Bildbearbeitung größer.”

Zur Nachbearbeitung erklärt Josselin: „Farben sind wie Musik. Ich bleibe dem Foto immer treu, muss aber die richtige Tonalität erzeugen, um dem Foto mehr Integrität zu verleihen. Ich empfehle, die Fotos der Belichtungsreihe zusammenzuführen, ein flaches Profil zu erstellen (wobei ein möglichst großer dynamischer Bereich erfasst werden sollte) und ein Standard-Farbschema auszuwählen, das im Foto dominiert (analog, komplementär, teilkomplementär, monochromatisch, triadisch, tetradisch und so weiter). Nach der ersten Bearbeitung kopiere ich die Komposition und fange wieder von vorn an. In jeder Version bearbeite ich einen bestimmten Bereich des Fotos (zum Beispiel Vordergrund/Hintergrund), denn die einzelnen Versionen können ja in Photoshop übereinander gelegt und maskiert werden. Diesen Prozess führe ich viele Male mit vielen Kopien des Fotos durch. Ein letzter Tipp: Ändere alle Einstellungen mit Vorsicht, damit die Bildqualität nicht beeinträchtigt wird.“

Bildbearbeiter: Guillaume Lamazou

Guillaume Lamazou interessiert sich schon seit seiner Kindheit für Fotografie. “Dank meiner Eltern, die leidenschaftlich gern fotografierten und in unserem Haus ein Fotolabor eingerichtet hatten, war ich schon immer von Kameras umgeben.” Nachdem Guillaume schon viele Jahre mit Fotos gearbeitet hatte, entdeckte er “vor ungefähr zehn Jahren die Möglichkeiten von Bildbearbeitungs-Software, vor allem Photoshop. Ich habe mir das Fotografieren und die Bildbearbeitung selbst angeeignet und habe die Erstellung von Fotomontagen für Freunde zunächst nur als Hobby betrieben. Ich habe schnell festgestellt, dass ich Photoshop nutzen kann, um das auszudrücken, was ich fühle oder sagen will.”

Dispersion (Zerstreuung). „Das ist eine der wenigen Aufnahmen, die im Freien entstanden sind. Für den Zerstreuungseffekt habe ich benutzerdefinierte Pinsel verwendet und einige Pinselstriche weichgezeichnet, um Tiefe zu erzeugen.“

Wasting Time (Zeitverschwendung). “Die meisten meiner Ideen entstehen aus meinem aktuellen Befinden heraus. Dieses Bild habe ich, wie man unschwer erkennen kann, an einem langweiligen Tag erstellt.”

Dream On (Tagträumer). “Diese Arbeit ist vom Song Dream On von Aerosmith inspiriert. Ich nehme Fotos meistens allein auf, nur mit dem Selbstauslöser, und diese Aufnahme war wohl die bisher schwierigste für mich.”

Guillaumes Tipps, Tricks und Ratschläge: “Das Wichtigste bei der Bildbearbeitung ist für mich das Reale im Bild (obwohl meine Arbeiten eher surreal sind). Die beiden Aspekte, die ich am meisten bearbeite, sind das Licht und die Farbgebung. Mein wichtigster Tipp lautet also, sich auf die Tiefen und die Lichtquellen zu konzentrieren. Elemente, die zum Originalbild hinzugefügt werden, müssen entsprechend angepasst werden. In Photoshop kann ich die Schatten mit einem einfachen Pinsel zeichnen und die Lichtquelle (falls nötig) mit einem Verlauf.”

Grafikdesigner: Steeven Salvat

Steeven Salvat setzt verschiedene Medien ein, um seine Ideen zu verwirklichen. Bei seinen Illustrationen und Animationen lässt er sich von der Natur inspirieren, setzt das aber auf seine eigene Art um. Seine Laufbahn beschreibt er so: “Ich zeichne seit meiner Kindheit – das war schon immer meine Leidenschaft. Aber bis vor Kurzem habe ich nie ernsthaft in Erwägung gezogen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Inzwischen widme ich meinen Arbeiten viel mehr Zeit, und ich nehme ständig an neuen Projekten teil. Ich liebe es, neue Ideen weiterzuspinnen.” Bei seiner Arbeit als Solokünstler oder im Team entstehen meist komplexe Zeichnungen und grafische oder animierte Illustrationen.

Cancer Gigalain. „Ich wollte eine Serie von Zeichnungen erstellen, die von alten Illustrationen aus dem Fachbereich der Biologie inspiriert sind, wie sie zum Beispiel in einem Museum ausgestellt sein könnten. Die Zahnräder geben der zoologischen Illustration einen Steampunk-Look.


Héraut (Herold).
 „Diese Zeichnung entstand in Zusammenarbeit mit meinem talentierten Freund Théo Jan. Ein Making-of-Video zu meinen Projekten mit Théo Jan ist hier verfügbar.“

Mer (Meer). Auch dieses Projekt ist in Zusammenarbeit mit Théo Jan entstanden. Steeven hat die Zeichnungen Bild für Bild erstellt und dann mithilfe von Photoshop animiert.

Steevens Tipps, Tricks und Ratschläge: “Mein digitales Tool zur Bearbeitung und zur Präsentation meiner Arbeiten ist Photoshop. Ich nutze das Programm auch, um GIF-Animationen zu erstellen. Das Zeichnen der einzelnen Bilder ist zwar aufwendig, aber ich liebe diese Art der Animation.”

Mehr über die vorgestellten Künstler erfährst du in diesen sozialen Netzwerken:

Josselin Cornou | Blog | Instagram

Guillaume Lamazou | Blog | Instagram

Steeven Salvat | Blog | Facebook | Behance

Sei wieder dabei, wenn wir uns auf den nächsten Kurz-Trip zu drei Photoshop-Künstlern in einer anderen inspirierenden Stadt machen.

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