Creative Connection

Visual Trends im April: No Man Is An Island

Anlässlich des „Earth Day“ in diesem Monat möchten wir uns damit auseinandersetzen, inwiefern wir über unser Verhältnis zur Erde untereinander verbunden und für das Wohlergehen unseres Planeten verantwortlich sind. Dieser Ansatz ist keineswegs neu: Bereits 1624 prägte John Donne den Ausspruch „No man is an island“ – kein Mensch ist eine Insel. Donne erholte sich gerade von einem persönlichen Verlust und einer Krankheit, als er sich geradezu in den Verbundenheitsgedanken verbiss:

“No man is an island,
Entire of itself,
Every man is a piece of the continent,
A part of the main.”

“Kein Mensch ist eine Insel,
in sich selbst vollständig,
jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents,
ein Teil des Festlands.”

Chinese landscape of mountains and water

HIKOLAJ2 / ADOBE STOCK

Angesichts der zunehmenden Umweltkrisen in den Schlagzeilen und einer zunehmenden Übernahme von Verantwortung seitens der Wirtschaft versuchen Kreative und Marketers verstärkt eine Balance zwischen diesen beiden Welten zu schaffen. Dafür nutzen sie auch Naturaufnahmen, die Ehrfurcht einflößen.  In diesem Zuge haben wir uns gefragt, wie sich  die visuelle Darstellungen von Natur verändert hat und sind dafür in das Datenmeer von Adobe Stock eingetaucht. Dort haben wir alle Suchanfragen zu Naturbildern den Suchanfragen zu Stadtmotiven gegenübergestellt.

GRACETHANG / ADOBE STOCK

Suchen wir nach Natur oder nach Stadt?

Unsere anfängliche Vermutung war, dass Kreative und Marketers deutlich häufiger nach Natur- als nach Stadtmotiven suchen würden. Immerhin sprechen Naturbilder unsere Sehnsucht nach Ausgeglichenheit und Verbundenheit an – sie scheinen wie gemacht dafür um mit Marketing unsere Wünsche anzusprechen. Laut Adobe Digital Insights (ADI) nahm jedoch im vergangenen Jahr sowohl die Suche nach Stadtmotiven als auch nach Naturbildern zu, wenngleich die urbanen Darstellungen mit 32 Prozent leicht überwogen.

War unser ursprünglicher Gedanke also völlig verfehlt? Um mehr Erkenntnis aus den vorliegenden Daten zu gewinnen, haben wir uns auf natürliche Sprachverarbeitung, sowie eigene Erfahrungswerte gestützt, um einen tieferen Einblick in die Suchen nach Natur- und Stadtmotiven zu erhalten. Dabei sind wir auf ein äußerst interessantes Phänomen gestoßen: Die Mehrheit der gesuchten urbanen Motive (62 Prozent) zeigte eine ausgewogene Mischung aus Stadt und Natur. Darunter befanden sich Abbildungen von Parks, Gärten, Brücken über Flüssen sowie urbane Strukturen inmitten üppiger Landschaften. Nur 25 Prozent der meistgesuchten Stadtbilder zeigten ausschließlich künstliche Strukturen, wie Gebäude, Konzerthäuser oder mit Graffitis verzierte Wände.

Wir halten diesen visuellen Trend – Bilder von menschengemachten Strukturen in Einklang mit Elementen der Natur – für einen Ausdruck unserer zunehmenden Verstädterung. Nach Angaben des US-Statistikamts sind 97 Prozent des Festlands der USA ländlich geprägt, doch nur 19,3 Prozent der Bevölkerung leben dort. Wir sind völlig urbanisiert, und je weiter wir uns von der Wildnis entfernen, umso mehr suchen wir nach Bildern, die uns die Verbindung zwischen Natur und Kultur wieder vor Augen führen.

Central Park aerial view, Manhattan, New York; Park is surrounded by skyscraper

READYTOGO / ADOBE STOCK

Bedeutet Natur Erholung oder Bedrohung?

Trotz des Anstiegs bei der Suche nach natürlich geprägten Stadtmotiven, wird nach wie vor auch viel nach reinen Naturbildern gesucht, also haben wir auch diese noch einmal näher betrachtet – wonach suchen Kreative und Marketers in diesem Fall? Wollen sie eher die furchteinflößende Seite oder den friedlichen Rückzugsort vom stressigen Alltag in ihr sehen? Unserem ADI-Team zufolge tendiert die Zahl der Suchanfragen eher zu der sanften Seite – die Suche nach beeindruckende Naturaufnahmen, die Vitalität ausstrahlen hat doppelt so schnell zugenommen, wie die Suche nach Bildern die Zerstörung durch Brände, Überschwemmungen oder Ruinen zeigen. Lediglich 13 Prozent der gesuchten Naturbilder zeigten Rückeroberungszüge der Natur gegen menschliche Errungenschaften.

AMENIC181 / ADOBE STOCK

Das Fazit entspricht einem Drahtseilakt

Als Fazit unserer Datenanalyse können wir festhalten, dass Kreative und Marketers generell das gesamte Spektrum an Natur- und Stadtbildern absuchen, diese dabei aber vermehrt auf eine harmonische Koexsistenz von Natur und Urbanisierung abzielen. Trotz ebenfalls vorhandener Nachfrage nach Abbildungen der dunklen Seite der Natur, steht eine friedvolle Verbundenheit im Vordergrund – als Erinnerung daran, dass kein Mensch eine Insel ist. Das ist es, was den Großteil dazu veranlasst nach Naturbildern zu suchen.

Young woman leading her boyfriend on the forest hike. Point of view shot of couple crossing the creek holding hands.

JACOB LUND / ADOBE STOCK

Wir werden noch den ganzen Monat über Natur und Fotografie nachdenken und unseren Blick dabei auch auf Darstellungen zum Thema Naturschutz sowie auf Trends in der Reisefotografie richten.

In unserer eigens für den Trend eingerichteten Adobe Stock „No Man Is An Island“ Galerie findet ihr tolle Inspirationen zu dem Thema und hier im Blog gibt es natürlich auch weitere Artikel zum April Trend:

Adobe Stock, Bildbearbeitung, Design, Fotografie, Illustration, Inspiration, Kreativ-Business

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