Trends im Einzelhandel: Von AR bis Merchantainment

Zahlre­iche Han­del­sun­ternehmen haben zwar umfan­gre­iche E-Com­merce-Web­seit­en, berück­sichti­gen hier­bei aber nicht, dass viele Kun­den diese meist gar nicht zum Einkaufen nutzen. Vielmehr sind sie dort auf der Suche nach Ideen und Inspi­ra­tio­nen, was sie beim näch­sten Besuch im sta­tionären Laden anschauen oder anpro­bieren möcht­en.

Online- und Vor-Ort-Erleb­nisse müssen zusam­men­passen

Vijayan­ta Gup­ta, Head of Prod­uct and Indus­try Mar­ket­ing and Indus­try Strat­e­gy bei Adobe Sys­tems Europe und ver­ant­wortlich für den Han­dels­bere­ich, hat es kür­zlich im Inter­view sehr schön auf den Punkt gebracht: „Die größte Her­aus­forderung für Mul­ti­chan­nel-Einzel­händler beste­ht heute in der Verbindung von Online- und Vor-Ort-Erleb­nis­sen der Kun­den.“ Denn haben die Inter­essen­ten online etwas Passendes ent­deckt und find­en es dann nicht im Geschäft vor Ort – oder es sieht dort anders aus, als im Inter­net dargestellt, dann rückt der Kauf nicht sel­ten in weite Ferne.

Aber dieser Aus­gangspunkt bietet auch eine großar­tige Gele­gen­heit für jene Einzel­händler, die Online- und Offline-Erleb­nisse intel­li­gent verbinden kön­nen. Sie lassen inter­essierte Kun­den im Online-Shop indi­vidu­elle Vari­anten aus­pro­bieren und zeigen auf inter­ak­tive Weise auch Detailauf­nah­men – und stellen sich­er, dass der Kunde im Geschäft vor Ort auch genau das find­en kann“, so Gup­ta.

Zudem gibt es auch einen wach­senden Anteil an Kun­den, der nahezu nur noch online einkauft. „Eine große Her­aus­forderung für den Einzel­han­del beste­ht mit­tler­weile darin, dass immer mehr Men­schen lieber online shop­pen anstatt größere Fahrten ins näch­ste Einkauf­szen­trum in Kauf zu nehmen“, sagt Dawn Bur­rows, Senior Pro­gram Man­ag­er für das Adobe@Adobe Inno­va­tion Team. Eine Möglichkeit, diese Käufer­gruppe wieder in den sta­tionären Laden zu lock­en, sei die Übertra­gung von dig­i­tal­en Erleb­nis­sen in den realen Verkauf­s­raum.

So geht die Verbindung zwis­chen Fil­iale und Online-Shop

Die US-Kaufhaus­kette Neiman Mar­cus – hier bekommt man über die Fil­ialen sowie den Online-Shop Bek­lei­dung sowie Schuhe, Acces­soires, Schmuck, Kos­meti­ka und Ein­rich­tungs­ge­gen­stände im oberen Preis­seg­ment – zeigt mit Hil­fe des Adobe Expe­ri­ence Man­ag­er in Per­fek­tion die Verbindung zwis­chen Fil­iale und Online-Shop in der Prax­is.

Am intel­li­gen­ten „Mem­o­ryMir­ror“ in der Kos­metik­abteilung wird beispiel­sweise bei per­fek­ten Lichtver­hält­nis­sen ein kom­plet­ter Schmink-Vor­gang an ein­er Kundin aufgeze­ich­net und alle ver­wen­de­ten Kos­metikpro­duk­te notiert. Das Video kann dann unkom­pliziert an das Smart­phone der Kundin geschickt wer­den und gibt ihr somit ein ganz per­sön­lich­es Tuto­r­i­al an die Hand, was das spätere Nach­machen des per­fek­ten Looks und das Teilen mit ihren Fre­undin­nen deut­lich vere­in­facht.

Ein ähnlich­er Spiegel erstellt Video­clips mit Brillen oder Son­nen­brillen, die einen Store-Besuch­er inter­essieren. Ein Split-Screen ermöglicht den Ver­gle­ich der ver­schiede­nen Fas­sungsstile. Der Vorteil: Der Kunde sieht direkt, wie die einzel­nen Mod­elle in seinem Gesicht wirken und kann sich so viel leichter für eines entschei­den. Aber nicht nur den Kun­den erle­ichtern die „magis­chen Spiegel“ die Kaufentschei­dung, auch Neiman Mar­cus bekommt damit ein direk­tes Feed­back zum ange­bote­nen Sor­ti­ment und kann es zeit­nah opti­mieren.

Inter­es­sante Trends im Einzel­han­del

Von intel­li­gen­ten Spiegeln über Aug­ment­ed Real­i­ty (AR) bis hin zum Ein­satz von Enter­tain­ment-Ele­menten: Einzel­han­dels­marken exper­i­men­tieren weltweit mit allen möglichen Tech­nolo­gien, um dem Kun­den den Gang zur Fil­iale so attrak­tiv und lohnenswert wie möglich zu machen.

Doch der eigentliche Clou an der Tech­nolo­gie vor Ort ist nicht nur ein „Wow“-Erlebnis, son­dern die Gestal­tung eines darüber­hin­aus­ge­hen­den Einkauf­ser­leb­niss­es. Wenn Einzel­händlern dies gelingt, kaufen die Kun­den nicht nur ein­mal, son­dern kom­men auch gerne wieder.

Hier sind drei aktuelle Trends, die wir momen­tan im Einzel­han­del beobacht­en:

  • Aug­ment­ed Real­i­ty (AR)

Stellen Sie sich vor, Sie gehen durch einen Laden und ihr Handy vib­ri­ert. Es ist eine Nachricht vom Einzel­händler. Basierend auf Ihren per­sön­lichen Vor­lieben erhal­ten Sie eine rel­e­vante und auf Sie zugeschnit­tene Infor­ma­tion: Ein indi­vidu­eller 25 %-Gutschein für ihre Lieblings­marke erscheint auf dem Dis­play, Sie brauchen ihn nur an der Kasse vorzuzeigen und kön­nen den Rabatt in Anspruch nehmen. Im Laden kann aber auch ein AR-Head­set oder eine entsprechende Brille das Einkauf­ser­leb­nis span­nen­der gestal­ten. Damit lassen sich Pro­duk­te ver­gle­ichen, Details näher betra­cht­en oder man kann durch Pro­duk­t­be­w­er­tun­gen in Social Media-Net­zw­erken scrollen – ein­fach nur durch das Betra­cht­en der Ware im Regal.

  • Mer­chan­tain­ment

Ähnlich wie die auf Unter­hal­tung aus­gelegte Nutzung von AR brin­gen Einzel­händler Mer­chan­dis­ing und Enter­tain­ment zusam­men. Michael Klein, Direc­tor of Indus­try Strat­e­gy für die Adobe Expe­ri­ence Cloud, nen­nt diesen Trend „Mer­chan­tain­ment“.

Mer­chan­tain­ment ist eine großar­tige Strate­gie für Einzel­händler, um Tech­nolo­gien ganz im Sinne eines per­sön­lichen Kun­den­er­leb­niss­es zu nutzen, ohne allzu zu per­sön­lich zu wer­den“, sagt Klein. „Über 80 Prozent der Kun­den, die in ein Einzel­han­dels­geschäft gehen, wollen anonym bleiben. Ein Großteil denkt sich: Komm nicht gle­ich zu mir, nur weil ich deine App auf meinem Handy habe.“

Smart Dis­plays bieten hier eine per­sön­liche Note, während sie dem Kun­den gle­ichzeit­ig die Kon­trolle ermöglichen. Wenn sich also etwa ein begeis­tert­er Läufer nach neuen Schuhen umschaut, kann ein Laden-Dis­play helfen, den indi­vidu­ellen Gang und das Schrittver­hal­ten zu bes­tim­men und die dafür am besten geeigneten Schuh zu find­en. Mehr Fil­ialbe­such­er mit Hil­fe von unter­halt­samen Erleb­nis­sen zu gewin­nen – ob durch High-Tech oder nicht – sind eine Strate­gie, die viele Einzel­händler in Zukun­ft mit Nach­druck ver­fol­gen wer­den.

  • Schneller Bezahlen

Was den Kauf­prozess ange­ht, konzen­tri­eren sich viele Fil­ialun­ternehmen darauf, diesen so ein­fach und schnell wie möglich zu gestal­ten. Momen­tan sind mobile Zahlun­gen viel schneller als Chip­karten, doch viele Kun­den haben das noch nicht verin­ner­licht. „Es geht hier um besseres Mar­ket­ing und das Aufzeigen des eigentlichen Vorteils für den Kun­den”, sagt Klein hierzu.

Es gibt auch Einzel­händler, die mit mobilen Zahlungsmöglichkeit­en auf eine Ablö­sung der sta­tionären Kasse hof­fen. So ver­bre­it­et Wal­mart in den USA seine „Scan & Go“-App zurzeit mas­siv: Hier wer­den die Pro­duk­te beim Ein­le­gen in den Einkauf­swa­gen automa­tisch ges­can­nt und für den Check-Out zusam­menge­fasst. Via Smart­phone kann schließlich bezahlt, die Kasse umgan­gen und das Geschäft unkom­pliziert und schnell ver­lassen wer­den.

Solche bere­its vorhan­de­nen und auch zukün­ftige Tech­nolo­gien wer­den unser Einkauf­ser­leb­nis deut­lich verän­dern, wie unser Video zeigt. Stellen Sie sich Verkäufer vor, die in Echtzeit ein­se­hen kön­nen, wie gut welche Pro­duk­te und Dis­plays welche Kun­den ansprechen. Plöt­zlich weiß der Mitar­beit­er sofort, welche Ware momen­tan sehr beliebt ist und kann sie noch bess­er in Szene set­zen, den Lagerbe­stand prüfen und let­ztlich dem einzel­nen Kun­den ein tolles Einkauf­ser­leb­nis bieten.

 

Auf unserem Adobe Cus­tomer Expe­ri­ence Forum – Retail am 21. Juni in Düs­sel­dorf (Sky Office, Raum Sat­urn, Kennedy­damm 24) stellen wir übrigens einige der aktuellen Retail-Trends vor, liefern anschauliche Prax­is­beispiele führen­der Einzel­han­dels-Unternehmen und zeigen neue Lösun­gen für ein überzeu­gen­des Kun­den­er­leb­nis im E-Com­merce.

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