#5vorDMEXCO: Handel ist Wandel

Digitale Transformation
Es ist 5 vor DMEXCO! Adobe bringt 5 dig­i­tale Experten schon vor der DMEXCO auf Twit­ter zusam­men und macht euch fit für die dig­i­tale Trans­for­ma­tion. An Tag 5 hat Flo­ri­an Treiß (@ftreiss) unseren Twit­ter Account (@AdobeExpCloudDE) übernom­men und über das The­ma Com­merce mit euch disku­tiert. Das ist sein Faz­it:

Han­del ist Wan­del: Das galt schon immer und ist heute in Zeit­en, von die Inno­va­tion­s­geschwindigkeit enorm zugenom­men hat, so aktuell wie nie. Im Rah­men von #5vorDMEXCO durfte ich heute den Twit­ter-Account der Adobe Expe­ri­ence Cloud einen Tag lang zum The­ma Com­merce bespie­len. Dabei habe ich ver­sucht, sowohl die großen The­men anzuge­hen als auch aktuelle Entwick­lun­gen aufzu­greifen, wie etwa die heute endgültig offiziell bestätigte Fusion der bei­den Waren­haus-Urgesteine Karstadt und Gale­ria Kaufhof. Ana­lyst Jochen Krisch vom Fach­blog Excit­ing Com­merce preschte schnell mit ein­er steilen These vor: „Die Zom­bie-Fusion ist per­fekt. Und Zalan­do bleibt weit­er vorn“, schrieb er in seinem Blog. Dazu habe ich eine Umfrage ges­tartet und die Com­mu­ni­ty gefragt, ob hier wirk­lich ein Zom­bie entste­ht:

Vor­wärts immer, rück­wärts nim­mer, wusste selb­st Erich Honeck­er schon. Auch wenn dessen Poli­tik ganz und gar nicht in meinem Sinn ist, so passt das Mot­to doch recht gut zu den aktuellen Her­aus­forderun­gen im Com­merce. Während im sta­tionären Han­del die Unternehmen die Ver­lier­er sein dürften, die weit­er alles so wie immer machen („Das war schon immer so“), ist die größte Her­aus­forderung für Online-Händler überhaupt das Ende des Desk­top-Zeital­ters. Denn wer heute noch vor allem auf seinen Desk­top-Web­shop fokussiert, dem blüht das selbe Schick­sal wie Nokia nach Aufkom­men des iPhones: der Ausverkauf und das Ende. Und es ist echt erstaunlich: Seit siebenein­halb Jahren schreiben meine Mitar­beit­er und ich uns auf unseren Por­tal­en mobilbranche.de und locationinsider.de die Fin­ger wund, dass Smart­phones immer mehr zum zen­tralen Bestandteil der Cus­tomer Jour­ney wer­den und hier zunehmend Kaufentschei­dun­gen getrof­fen wer­den. Eine Zahl, die das ein­drucksvoll zeigt, ist Zalan­do, das sich kon­se­quent auf Mobile & Apps fokussiert: Im Q2/2018 waren stolze 78,4% der Site Vis­its mobil. Ein Jahr vorher waren es auch schon 69,7%. Zwar ver­rät Zalan­do den Umsatzan­teil via Mobile & Apps nicht, doch liefert Zalan­do in seinem Hal­b­jahres­bericht weit­ere span­nende Zahlen: Während die durch­schnit­tliche Warenko­r­b­größe u.a. durch den Mobile-Boom um 6,4% gesunken ist, bestellen aktive Kun­den dafür 13,4% häu­figer. Mobile bedeutet also: Die Kun­den täti­gen häu­figer kleine Impul­skäufe „on the Go”.

Überhaupt Zalan­do: Einst als Pure Play­er für den Online­han­del ges­tartet, ist der ger­ade zehn Jahre jung gewor­dene Cat­e­go­ry Leader für Fash­ion und Schuhe heute ein gutes Beispiel für meine These, dass die Gren­zen zwis­chen Pure­Play und sta­tionär endlich ein­geris­sen wer­den müssen, denn son­st gehört die Zukun­ft des Com­merce der Konkur­renz. So hat Zalan­do vor einein­halb Jahren den Mul­ti­chan­nel-Händler Kickz übernom­men und kann dort auf der Fläche exper­i­men­tieren – genau­so wie in seinen mit­tler­weile fünf Out­lets, die zumin­d­est in Leipzig und Ham­burg sehr zen­tral in der City liegen. Zudem hat Zalan­do sich schon vor einiger Zeit als Mark­t­platz auch für sta­tionäre Händler geöffnet und bietet gemein­sam mit ihnen teil­weise sog­ar Same Day Deliv­ery an. Auch wenn Zalan­do bei seinen sta­tionären Ambi­tio­nen eher tief stapelt, sagen Experten wie Ayhan Yuruk von #Show­room­ing: „Auch wenn viel über Online-Han­del gere­det wird, find­en über 80% der Verkäufe ja immer noch offline statt. Und die Onlin­er wollen was vom Kuchen abhaben“. Deshalb kann man immer häu­figer beobacht­en, dass die ein­sti­gen Pure­Play­er auch in die Fläche gehen, und sei es zum Auf­takt erst­mal mit nur einem Con­cept Store wie etwa die Online-Par­fümerie Fla­coni in Berlin.

Doch auch wenn einige deutsche Händler überaus ambi­tion­iert sind, so wer­den die inter­na­tionalen Trends vor allem in Asien und den USA geset­zt. Deshalb habe ich in einem Twit­ter-Poll gefragt, ob Aliba­ba, Ama­zon, WeChat oder Wish der wichtig­ste Tend­set­ter ist – Ama­zon hat dabei die Nase vorn, doch das Blatt kön­nte sich bald wen­den:

Wie Händler mit Ama­zon umge­hen soll­ten, dazu liefert Olaf Rotax von der DGroup auf unserem Por­tal Loca­tion Insid­er span­nende Tipps. Darauf auf­bauend habe ich die Twit­ter-Com­mu­ni­ty zudem gefragt: Ist Ama­zon für den Han­del im Jahr 2018 eher Fre­und, Feind oder Fren­e­my (also eine Mis­chung aus Fre­und und Feind)?

Wie auch immer: Händler müssen in Zukun­ft noch schneller wer­den, sich mit neuer Konkur­renz zu messen und Tech­nolo­gi­etrends aufzu­greifen. Das Smart­phone war nur die erste Welle, doch schon ste­hen u.a. Sprachas­sis­ten­ten, Chat­bots und Con­nect­ed Cars an der Türschwelle, die bald eben­falls wichtige Kun­den­schnittstellen wer­den dürften. Doch angesichts dieser Omnichan­nel-Welt ein naht­los­es Kun­den­er­leb­nis zu liefern, ist oft leichter gesagt als getan, wie uns Dr. Matthias Schu schreibt:

Dieses naht­lose Kun­den­er­leb­nis sollte zudem stark per­son­al­isiert sein: Denn was schon Tante Emma kon­nte, näm­lich die per­sön­liche Kun­de­nansprache, das sollte auch in ein­er Welt von CRM-Sys­te­men, Loy­al­ty-Pro­gram­men und kün­stlich­er Intel­li­genz kein Prob­lem sein. Doch auch das ist oft leichter gesagt als getan.


Digitale Transformation
Adobe DACH

Posted on 11-09-2018


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