dmexco-Bilanz: Mehrwert statt Buzzwords

Zwei  span­nende Tage in Köln sind vor­bei. Die dmex­co 2013 hat mit 26.300 Gästen aus aller Welt wieder einen neuen Besucher­reko­rd aufgestellt und auch die Aussteller sind wohl durch die Bank zufrieden. Bere­its im Vor­feld der Messe hat Prof. Dr. Thorsten Hen­nig-Thu­rau, Inhab­er des Lehrstuhls für Mar­ket­ing an der West­fälis­chen Wil­helms-Uni­ver­sität Mün­ster und Wis­senschaftlich­er Direk­tor des „Dig­i­tal­iza­tion Think:Lab“, in der Son­der­aus­gabe des Mag­a­zins absatzwirtschaft das Trendthe­ma „Big Data“ näher beleuchtet. Dabei  zog er das Faz­it:

An tech­nis­chen und ana­lytis­chen Fähigkeit­en geht natür­lich kein Weg vor­bei; ihnen kommt sog­ar in Zukun­ft eine noch viel größere Rolle zu. Aber Mar­ket­ing muss vor allem dafür sor­gen, dass Big Data im Sinne des Kun­den genutzt wird und ihm Nutzen schafft – dass der Kunde hier wie überall im Mit­telpunkt ste­ht. Nur wenn das der Fall ist, wird der Kunde auch Ver­trauen in das Unternehmen entwick­eln und die für eine intel­li­gente Analyse notwendi­gen Infor­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung stellen.“

Genau das ist der Punkt, der sich durch viele Diskus­sio­nen auf der dmex­co gezo­gen hat: Es geht um Mehrw­ert für den Kun­den statt um irgendwelche Buzz­words. Zum Beispiel war sich die Diskus­sion­srunde, in der John Mel­lor – Chef­s­tratege von Adobe –  zusam­men mit Vertretern von IBM, Nokia und AOL über die Zukun­ft des Dig­i­tal Mar­ket­ing gesprochen hat, sehr schnell einig: Kun­denser­vice und -erleb­nis ist die neue Wer­bung. Statt nur Ver­sprechen abzugeben, müssen Marken in Zukun­ft prak­tis­chen Nutzen liefern. Dafür gab es eine ganze Rei­he von konkreten Beispie­len, nicht nur das immer wieder gerne erwäh­nte „Fuel Band” des Sportar­tikel­her­stellers Nike. Auch die per­son­al­isierte Bere­it­stel­lung von rel­e­van­ten Inhal­ten oder Ange­boten zum richti­gen Zeit­punkt hat für viele Men­schen angesichts des all­ge­meinen Infor­ma­tions-Over­flows einen hohen Nutzw­ert.

dmexco 2013: Die Ruhe vor dem großen Ansturm

dmex­co 2013: Die Ruhe vor dem großen Ansturm

Das zweite große The­ma der Ver­anstal­tung war sich­er die Mess­barkeit im dig­i­tal­en Mar­ket­ing. Mit fünf The­sen zur Dmex­co 2013 sorgte die Organ­i­sa­tion Wer­bungtreiben­der im Marken­ver­band (OWM) für heftige Diskus­sio­nen. Denn die darin erhobene Forderung nach einem genauen Nach­weis der Wer­be­wirk­samkeit kann nun ger­ade im Dig­i­tal Mar­ket­ing mit am besten erfüllt wer­den.  Und selb­st für Social Media-Aktiv­itäten lässt sich ein Return on Invest­ment ermit­teln, wie eine auf der Messe vorgestellte und von Adobe unter­stützte Studie der Uni­ver­sität St. Gallen sehr schön nach­weist. Allerd­ings machen das bish­er nur die wenig­sten Unternehmen.

Apro­pos Studie: Im Auf­trag von Adobe hat das Mark­t­forschungsin­sti­tut for­sa ger­ade eine repräsen­ta­tive Befra­gung zum The­ma „Image des Mar­ket­ings“ durchge­führt. Stimmt es wirk­lich, dass der blasse Con­troller beliebter ist als die dynamis­chen Mar­ket­ing-Mitar­beit­er? Wie sicht­bar sind die Ergeb­nisse von Mar­ket­ing im Unternehmen? Was soll­ten wir tun, um bess­er zu wer­den? Was denkt die Führungsebene über Mar­ket­ing? In zwei Wochen wer­den wir die Ergeb­nisse veröf­fentlichen. Und die sind einiger­maßen überraschend, wenn nicht sog­ar ziem­lich trau­rig für die gesamte Mar­ket­ing­branche. Lassen Sie sich jet­zt vormerken und Sie erhal­ten Ihr Exem­plar direkt am Veröf­fentlichungstag!

Aber vielle­icht ist die ganze Diskus­sion sowieso bald überflüs­sig. „Dig­i­tal Mar­ket­ing ist tot“, hat Marc S. Pritchard, weltweit­er Markenchef von Proc­ter & Gam­ble, in sein­er viel­beachteten Clos­ing-Keynote des ersten Mes­se­tages gesagt: „Wir reden ein­fach nur noch von Marke­nauf­bau“. Denn in ein­er dig­i­tal­en Welt sei etwas anderes gar nicht mehr möglich.

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