Mit personalisiertem Campaigning erfolgreich Wahlkämpfe führen

Governmental Affairs

Der Präsi­dentschaftswahlkampf in den USA hat auf eine neue Gefahr aufmerk­sam gemacht: Laut ein­er Schätzung von Experten haben allein auf Twit­ter über 400.000 Social Bots an poli­tis­chen Debat­ten teilgenom­men und ein Fün­f­tel aller dies­bezüglichen Tweets abge­set­zt. Die kleinen Hil­f­spro­gramme, die automa­tisch Nachricht­en oder Kom­mentare via Twit­ter oder anderen sozialen Net­zw­erken ver­bre­it­en, manip­ulieren die Mei­n­ungs­bil­dung und stören die poli­tis­che Kom­mu­nika­tion.

Manip­u­la­tion der poli­tis­chen Mei­n­ungs­bil­dung

Kom­plexere Vari­anten kön­nen sog­ar in gewis­sem Aus­maß mit Nutzern inter­agieren. Sie stützen sich auf Algo­rith­men und Daten­banken, mit denen sie Schlüs­sel­wörter oder Muster in Tex­tkon­ver­sa­tio­nen erken­nen und darauf reagieren. Bekan­nt sind ver­schiedene Bot-Typen, die bei poli­tis­chen Diskus­sio­nen im Inter­net einge­set­zt wer­den. Eine rel­a­tiv ein­fache Kat­e­gorie greift auf Web-Videos oder Post­ings zu, um sie zu „liken“ oder weit­erzu­ver­bre­it­en. Ein ander­er Typ erken­nt Schlüs­sel­wörter in Beiträ­gen und „kom­men­tiert“ diese mit ein­er hin­ter­legten Reak­tion. Eine dritte Art flutet Online-Foren oder Diskus­sion­ss­pal­ten gle­ich massen­haft mit Spam.

Ver­bot von Social Bots im Wahlkampf?

Auch im Zusam­men­hang mit der Bun­destagswahl 2017 wird über die Gefahren der Social Bots disku­tiert und zum Teil sog­ar ihr Ver­bot gefordert. Doch von der Per­fek­tion des Cyber-Wahlkampfs in den USA sind wir in Deutsch­land noch weit ent­fer­nt. Für viele Wahlkämpfer bedeutet der bevorste­hende Kampf um die Stim­men im Nor­mal­fall immer noch, in der Fußgänger­zone ste­hen und Fly­er mit aus­tauschbaren Slo­gans zu verteilen, um möglichst viele Wäh­ler­grup­pen auf ein­mal anzus­prechen. Aber wie sollen die Straßen­wahlkämpfer wis­sen, wer alles an ihrem Stand vor­beikommt?

Das Resul­tat: Am Wäh­ler selb­st rauschen solche unper­sön­lichen und gener­ischen Botschaften oft­mals zu recht vor­bei. Und diese Botschaften per Gießkan­nen-Prinzip ste­hen im Gegen­satz zur geän­derten Medi­en­nutzung der meis­ten Bürg­er, die sich heute sehr indi­vidu­ell und genau auf vie­len Kanälen und in sozialen Net­zw­erken informieren. Sie beurteilen Inhalte nur noch nach indi­vidu­eller Rel­e­vanz, passend zum aktuellen Inter­esse oder Bedürf­nis. Alles andere wird aus­ge­blendet, weggek­lickt, gelöscht, ignori­ert.

Der Wäh­ler: kein unbekan­ntes Wesen

Dabei zeigen die pro­fes­sionellen Mar­ketingabteilun­gen von Unternehmen, dass die tech­nis­chen Lösun­gen für eine per­son­al­isierte Ansprache und Bindung durch rel­e­vante Inhalte längst vorhan­den sind. Durch ein orchestri­ertes „Cross Channel“-Kampagnenmanagement kön­nen Kun­den mit per­son­al­isierten Botschaften über alle Kanäle und Geräte erre­icht wer­den. Die Reak­tio­nen der Kun­den auf diese Cus­tomer Jour­ney und ihre Inter­ak­tion mit der Marke, dem Pro­dukt oder dem Unternehmen selb­st, geben Auf­schluss über Inter­essen und die Wirkung des jew­eili­gen Ange­botes für den Kun­den. Das wiederum führt zu ein­er immer per­sön­licheren und rel­e­van­teren Ansprache und erhöht die Rel­e­vanz und damit das Kun­den­er­leb­nis.

Was Wahlkämpfer von der Cus­tomer Jour­ney ler­nen kön­nen

Wahlkampf­s­trate­gen der Parteien bieten solche Mul­ti­chan­nel Mar­ket­ing Tools, wie sie Unternehmen heute schon nutzen, die Chance, ihre Kam­pag­nen wesentlich stärk­er zu per­son­al­isieren und die Wäh­ler­grup­pen inter­essens­ge­nau anzus­prechen. Das bestätigt auch der Parteien- und Pop­ulis­mus­forsch­er Dr. Flo­ri­an Hartleb: „Wahlkämpfe wer­den immer mehr über den tech­nis­chen Aspekt gewon­nen. Hier brauchen die Parteien und Kan­di­dat­en genaue Infor­ma­tio­nen über den unberechen­bar gewor­de­nen Wäh­ler. Ger­ade deshalb wer­den Wäh­ler durch per­son­al­isierte Botschaften überzeugt. Ratio­nale Argu­mente, lange und ein­leuch­t­ende Erk­lärun­gen, ver­ständ­nisvoll auf­bere­it­et und mit Prax­is­beispie­len gar­niert – statt Poli­tik aus dem Bauch her­aus.“

Pos­i­tive und rel­e­vante Erleb­nisse ermöglichen

Ob im Mar­ket­ing oder in der Poli­tik: es geht immer darum, dem Kun­den oder dem Wäh­ler ein für ihn rel­e­vantes Erleb­nis zu bieten und Infor­ma­tio­nen und Ange­bote zu liefern, die ihm in sein­er indi­vidu­ellen Leben­sre­al­ität weit­er­helfen. In der Wirtschaft heißt das „Cus­tomer Expe­ri­ence Man­age­ment“. Egal, ob es um poli­tis­che Mei­n­un­gen oder Pro­duk­te geht – es braucht Tools (Werkzeuge), die in der Lage sind, Inhalte ziel­grup­pen- und inter­essens­ge­nau nicht nur auszus­pie­len, son­dern auch dabei die Vielfalt der Plat­tfor­men und deren Beson­der­heit­en berück­sichti­gen. Und mit denen die jew­eili­gen Kam­pag­nen- oder Com­mu­ni­ty-Man­ag­er in der Lage sind, auf Verän­derun­gen in Echtzeit zu reagieren. Viele unser­er Kun­den, wie zum Beispiel Renault, Otto Group oder die UBS set­zen heute auf Tools der Adobe Mar­ket­ing Cloud, die ihnen genau diese Ansprache und Begleitung der vielfälti­gen Kun­den­grup­pen und -inter­essen ermöglicht.

Im Übrigen eignen sich solche Pro­gramme nicht nur für die pass­ge­naue Ansprache der poten­tiellen Wäh­ler in der heißen Wahlkampf­phase. Sie ermöglichen auch das nach­haltige Man­age­ment von Parteim­it­gliedern sowie das Man­age­ment von Partei- und Poli­tik­in­ter­essierten auf allen Plat­tfor­men, Kanälen und Geräten über die gesamte Leg­is­laturpe­ri­ode und weit­er.


Governmental Affairs
Alexandra Veh

Posted on 12-15-2016


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