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25 Jahre Adobe Acrobat: Die Entwicklung des digitalen Dokuments

Wie alle Meilensteine, die eine Feier wert sind, kann auch Adobe zum 25-jährigen Jubiläum von Adobe Acrobat mit einer beeindruckenden Geschichte aufwarten.

Im Sommer 1990 schrieb Dr. John Warnock, Mitbegründer von Adobe, ein sechsseitiges Whitepaper mit dem Namen The Camelot Project. Darin beklagte Warnock zwei weit verbreitete Probleme in Unternehmen: die fehlende Anzeigetreue von Dokumenten und den unausführbaren Austausch von Dokumenten zwischen unterschiedlichen Computeranwendungen und -systemen.

„Wir wollen die Anzeige von Dokumenten auf jedem Display sowie den Druck von Dokumenten auf allen modernen Druckern ermöglichen“, lautete damals Warnocks Vision. „Sobald uns die Umsetzung dieser beiden Faktoren gelingt, wird sich die Arbeitsweise der Nutzer grundlegend verändern.”

Tatsächlich konnte das Vorhaben von Warnock nach jahrelanger, intensiver Arbeit eines hervorragenden Produktteams umgesetzt – und die Arbeitsweise vieler Menschen entscheidend verbessert werden. Offiziell waren Adobe Acrobat und das Dateiformat PDF (Portable Document Format) am 15. Juni 1993 am Markt und veränderten den Umgang mit Dokumenten durch die nun mögliche Anzeige und den Austausch von Dokumenten signifikant.

Seitdem ist Acrobat längst zur Lingua Franca für den Austausch von digitalen Dokumenten geworden. So wurden allein im vergangenen Jahr rund 200 Milliarden PDFs in Adobe-Produkten geöffnet. Drei Viertel der Fortune 500-Unternehmen und mehr als 100 Millionen Nutzer verwenden täglich Acrobat. Alles in allem sind sowohl das PDF-Format als auch Adobe Acrobat aus unserem Alltag schon lange nicht mehr wegzudenken.

Eine einmal erreichte Omnipräsenz eines Produkts ist nicht nur für Technologieunternehmen ein heiliger Gral. Aber dennoch ist dieser Umstand nicht der einzige Grund, warum wir 25 Jahre PDF feiern. In erster Linie sind Kreativität, Innovationen und intensive Arbeit die Faktoren, auf denen der Erfolg des Produkts basiert. Daher möchte ich, ganz im Zeichen des 25-jährigen Bestehens von Adobe Acrobat, einen Einblick in die Anfänge und Entwicklung des Produkts geben.

Camelot und was danach geschah

Schon Jahre vor seinem bekannten Camelot-Papier hatte Warnock die Idee für ein PDF-Format.

1985 entwickelte Warnock ein neues PostScript-Grafikprogramm, das später als Acrobat Distiller auf den Markt kam, um ein altes Steuererklärungsformular umzukodieren. Als Steve Jobs im selben Jahr den Apple LaserWriter vorstellte, druckte der Apple-Boss während der Bühnenpräsentation das amerikanische Steuerformular von Warnock aus. Gemeinsam mit Apple begründete Adobe so die Revolution im Desktop-Publishing.

Offiziell startete das Camelot Project 1990 mit dem erwähnten Whitepaper als Strategieplan für ein Entwicklerteam, das an der Demo für eine grafische Benutzerschnittstelle und an einem Wirksamkeitsnachweis für das Produkt arbeitete. Während andere den Begriff Camelot noch mit der Burg des sagenhaften Königs Arthur assoziierten, hatte das Adobe Team längst die Zukunft im Blick.

Das Team entwickelte vielfältige Funktionen, unter anderem die Möglichkeit, unterschiedliche Seitengrößen in einem Dokument anzuzeigen, die intelligente optische Formatänderung und plattformübergreifende Benutzeroberflächenkonzepte. Nach einer Überarbeitung gemeinsam mit Warnock war der erste Prototyp fertiggestellt und konnte in einem kleinen Konferenzraum im kalifornischen Mountain View bewundert werden.

Für die offizielle Bezeichnung des Produkts wurden mehrere Optionen wie beispielsweise Carousel ins Auge gefasst. Allerdings hatte sich Eastman Kodak diesen Begriff bereits als Marke gesichert. Pünktlich zur ersten öffentlichen Produktdemonstration 1992 hatte man sich schließlich auf Acrobat geeinigt – auf einen Begriff, der für Geschicklichkeit und Kraft steht. Was die Bezugnahme auf Zirkusartisten angeht, hielt das Markenteam die Bezeichnung Acrobat wohl für eingängiger als Adobe Funambulist.

Die Premiere von Adobe Acrobat 1.0 fand am 15. Juni 1993 im Equitable Center in New York statt und wurde live und weltweit per Satellit übertragen. Zur ersten Produktsuite gehörten Acrobat Exchange zum Erstellen und Anzeigen von Adobe PDF-Dokumenten, Adobe Reader zum Anzeigen von Adobe PDF-Dokumenten und Adobe Distiller zur Konvertierung von PostScript-Dateien in Adobe PDFs.

„Sollte sich Adobe Systems Inc. durchsetzen, werden Manager in den USA wohl bald „Schick mir das Dokument als PDF-Datei“ fordern, anstatt „Schick mir das Dokument mit Fed-Ex“, so das Wall Street Journal in seiner Berichterstattung zur Markteinführung von Adobe Acrobat. Der Artikel brachte auch ein Zitat von M.H. Reach, Analyst bei Merrill Lynch: „[Acrobat] verfügt über das Potenzial, Adobes erstes Massenprodukt zu werden und könnte millionenfach auf PCs laufen.“ Wir hoffen, M.H. Reach hat immer noch Anteile von Adobe!

Weiterentwicklung des Dateiformats

In den vergangenen 25 Jahren wurde das PDF-Dateiformat kontinuierlich weiterentwickelt. Heute stellen wir mit Adobe Sensei, unserer Plattform für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, viele neue Innovationen zur Verfügung: Die automatische Aktivierung der exakt richtigen Schriftarten, das Erstellen von Formularfeldern oder Löschen von Signaturen. Mit unserer Scanning-App Adobe Scan, die bereits mehr als 10 Millionen Mal heruntergeladen wurde, nehmen Nutzer mit dem Smartphone Bilder auf und wandeln sie blitzschnell in PDFs um.

Und während Sie diesen Post lesen, arbeiten unsere Entwickler fieberhaft an einer neuen Generation bahnbrechender Innovationen. Denn Ziel ist es, mit dem PDF-Format technologischer Branchenführer für digitale Dokumente in einer immer mobileren Welt zu bleiben.

2010 hielt John Warnock vor der American Philosophical Society einen Vortrag zum Thema „Drei Ideen, die das Druck- und Verlagswesen veränderten“. In seiner Rede fokussierte Warnock „technologische Innovationen und das historische Umfeld, das modernes Publishing ermöglichte“ und beendete den Vortrag mit einem Ausblick in die Zukunft:

„Die alte Definition des Begriffs Dokument, das aus einer fortlaufenden Ansammlung von Wörtern, Bildern und Grafiken besteht und auf Papier gedruckt wird, verändert sich täglich. In der elektronischen Welt enthalten Dokumente unterschiedliche Medien, verhalten sich interaktiv und werden dynamisch mit allen möglichen Inhalten verknüpft“, so Warnock. Wie wir mit den ständig veränderten Informationen umgehen und sie für zukünftige Generationen erhalten, müssen wir erst noch herausfinden.”

Heute sind wir, genau wie das Acrobat Team zu Beginn der 1990er, nicht in der Lage, vorauszusagen, wie ein Dokument in 25 Jahren aussehen wird. Aufbauend auf unserer Tradition als Branchenführer werden wir das PDF aber immer wieder neu erfinden und die alte Definition des Begriffs Dokument überdenken.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Adobe Mitarbeitern bedanken, die zu dem herausragenden Erfolg von Acrobat beigetragen haben – und noch einmal zum 25. Jubiläum gratulieren!

 

Adobe Acrobat DC

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