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August 1, 2017 /Events /Insights /

Wir müssen offener werden für Veränderung – 12 Thesen für eine wünschenswerte Zukunft der Arbeit

Im Adobe Think Tank zur Zukunft der Arbeit sind hochrangige Experten und Führungskräfte einer drängenden Frage nachgegangen: Was braucht es, damit die Zukunft der Arbeit möglichst positiv verläuft? Das Ergebnis: 12 Thesen für eine wünschenswerte Zukunft.

Unsere Arbeitswelt überschreitet gerade die Grenze zu einer neuen Ära: Technologien wie künstliche Intelligenz, Robotik und die zunehmende Automatisierung auch kognitiver Tätigkeiten bedrohen traditionelle Berufsbilder und Geschäftsmodelle – und bieten gleichzeitig Möglichkeiten für ganz neue. Der Wettbewerb um Talente verschärft sich. Ansprüche an den Arbeitsplatz verändern sich fundamental. Und die Arbeitsrealitäten gleich mit: Teams arbeiten zunehmend über internationale Grenzen hinweg zusammen, in Büros, von zu Hause aus – oder in flexiblen Co-Working-Umgebungen. Starre Arbeitszeitmodelle lösen sich auf. Radikal neue Formen der Arbeitsorganisation und Arbeitskulturen etablieren sich.

Kurz gesagt: Die Zukunft der Arbeit formiert sich hier und heute, rasant – und auf vielen verschiedenen Ebenen. Die dabei relevanten Treiber und Entwicklungen sind ineinander verschränkt, verstärken sich, bedingen einander. Wie genau wir in Zukunft arbeiten werden ist daher schwer vorherzusehen – die Lage ist komplex. Sollte das einen davon abhalten, sich mit dieser Frage zu beschäftigen? Nein, im Gegenteil! Denn nur, wenn man sich heute ernsthaft damit befasst, kann man aktiv beeinflussen, wie die Arbeit von morgen aussehen wird. Und nur, wenn man einmal für sich definiert hat, was denn eine wünschenswerte Variante dieser Zukunft der Arbeit wäre, kann man darauf hinwirken, dass diese Vision auch Realität wird. Genau das war das Ziel des ersten Adobe-Workshops zur Zukunft der Arbeit in Deutschland. Die Veranstaltung ist Teil einer globalen Veranstaltungsreihe, mit der sich das Software-Unternehmen, das ja selbst zukunftsweisende Tools und Programme für die Arbeitswelt entwickelt, an dieser wichtigen Debatte beteiligt. Eingeladen waren sieben hochkarätige Teilnehmer, die die Arbeitswelt von morgen schon heute mitgestalten:

Prof. Dr. Dr. Ayad Al-Ani, Organisationsforscher, Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft
Dr. Rainer Bischoff, Head of Corporate Research, KUKA Roboter
Prof. Dr. Heike Bruch, Professorin/Direktorin am Institut für Führung und Personalmanagement, Universität St. Gallen
Dr. Nanne von Hahn, Director Talent, Development & HR Strategy, Telefónica
Matthias Schrader, CEO, SinnerSchrader
Lars Trieloff, Director of Platform Marketing, Adobe
Dr. Ole Wintermann, Senior Project Manager, Bertelsmann Stiftung

Moderiert wurde die Veranstaltung von Lars Gaede, Journalist und Mitgründer der „Work Awesome“-Konferenz zur Zukunft der Arbeit.

In einer spannenden und kontroversen Panel-Debatte diskutierten die Teilnehmer, welche Chancen und Herausforderungen mit der Zukunft der Arbeit verbunden sind. Diese Diskussion ist hier zu sehen.

Und im Rahmen eines intensiven Workshops erarbeitete die Expertenrunde darüber hinaus Ideen für eine wünschenswerte Zukunft der Arbeit und mögliche Schritte in die richtige Richtung. Heraus kamen 12 spannende Thesen:

  1. Wir müssen grundsätzlich offener werden für Veränderungen – mehr wagen und weniger ängstlich sein.
  2. Wir müssen das ingenieurhafte Verständnis von guter und gründlicher Arbeit in Deutschland ergänzen durch mehr Start-Up-Spirit.
  3. Wir brauchen einen internationalen Ethikcode für die Zusammenarbeit zwischen Menschen und (künstlich intelligenten) Maschinen.
  4. Wir müssen den digitalen Darwinismus vermeiden, indem wir die Digitalkompetenz in allen Teilen der Bevölkerung stärken.
  5. Wir brauchen ein bedingungsloses Grundeinkommen, um die Effekte der zunehmenden Automatisierung abzufedern.
  6. Wir brauchen einen neuen Begriff von Arbeit, in dem auch Kreativität, Sinnstiftung und Engagement berücksichtigt ist – und nicht nur klassische Erwerbsarbeit.
  7. Wir brauchen ein neues Bildungsideal und –system, in dem man lernt zu lernen. Und zwar: selbständig, lebenslang und in flexiblen Modulen, statt in starren Institutionen und Studiengängen.
  8. Wir brauchen mehr Klarheit und Aufklärung über die Potenziale und (neuen) Fähigkeiten von Technologie.
  9. Wir brauchen neue Modelle der Unternehmensführung: Das Top-Down-Prinzip ist nicht mehr sinnvoll. Besser ist es, Rahmen und Ziele klar zu setzen und dann Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter zu fördern.
  10. Menschen sollten stärker Kompetenz- und Aufgaben-orientiert arbeiten (dürfen) und weniger gemäß starrer Verträge und Berufsdefinitionen.
  11. Algorithmen und ihre Wirkung müssen transparenter werden. Open Source-Code sollte verbindlich und vom Staat gefördert werden.
  12. Wir sollten öffentlich-rechtliche Plattform-Ökonomien etablieren, um eine gesellschaftliche Steuerung der Wirtschaft weiter zu gewährleisten. Genossenschaftlich organisierte Unternehmen und Plattformen sollten vom Staat gefördert werden.

Alle Thesen zeigen: Eine wünschenswerte Zukunft der Arbeit, wird sich nicht von selbst etablieren und es gibt wichtige Schritte, die bis dahin zu gehen sind. Sich mit diesen Schritten auseinanderzusetzen und sie besser zu verstehen ist natürlich nur ein Anfang –  aber sicher ein guter.

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