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August 30, 2017 /Events /Insights /

Zukunft der Arbeit: Hand in Hand mit dem Roboter

Die Debatte um die Zukunft der Arbeit polarisiert. Während sich die einen auf mehr Freiheit und Flexibilität freuen, sorgen sich die anderen um Jobverluste durch zunehmende Automatisierung. „Nehmen uns Roboter bald die Arbeit weg?“ ist in diesem Zusammenhang die wohl beliebteste Frage in Medienbeiträgen und Diskussionsrunden. Und meist geht es schon gar nicht mehr um das „ob“. Stattdessen werden Studien zitiert, die den Wegfall von 30, 40 oder gar 50 Prozent aller Stellen vorhersagen. Nehmen uns also wirklich Roboter bald die Arbeit weg? Meine Antwort darauf ist eindeutig: Nein, im Gegenteil! Ich bin fest davon überzeugt, dass wir nur durch eine noch stärkere Automatisierung die Arbeitsplätze und den Wohlstand in Hochlohnländern wie Deutschland erhalten können. Allein schon wegen des demographischen Wandels und des jetzt bereits akuten Fachkräftemangels brauchen wir in Zukunft mehr Roboter, um den Wirtschaftsstandort in seiner jetzigen Form zu erhalten.

Derzeit wird der Öffentlichkeit an vielen Stellen ein völlig falsches Bild vermittelt, nicht zuletzt durch die eher düsteren Zukunftsprognosen eines Stephen Hawking oder Elon Musk. Doch in Wahrheit verläuft die technologische Entwicklung gerade im Bereich Mechatronik nicht exponentiell, sondern in kleinen Schritten. Und es ist überhaupt nicht absehbar, dass Roboter den Menschen irgendwann wirklich ersetzen können, wie heute gern suggeriert wird. Statt Ängste zu schüren, sollten wir deshalb lieber mehr Aufklärung darüber leisten, was technisch wirklich möglich ist – und gelegentlich einen Blick in die Geschichte wagen.

Schließlich hat der Mensch immer schon danach gestrebt, Werkzeuge zu erfinden, die ihm die Arbeit erleichtern. Und dabei erstaunliche Erfolge erzielt. So konnte Mitte des 20. Jahrhunderts ein bundesdeutscher Bauer mit seiner Arbeit gerade mal zehn Menschen ernähren. Um die Jahrtausendwende waren es schon mehr als 140. Dieser ungeheurere Produktivitätsschub hat tatsächlich Arbeitsplätze gekostet: Der Anteil der in der Landwirtschaft Beschäftigten ging in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von fast 25 auf nur noch rund zwei Prozent zurück. Aber gleichzeitig sind unzählige neue Jobs entstanden. Millionen Menschen üben heute Tätigkeiten aus, die vor 50 oder 60 Jahren ebenso wenig vorstellbar waren, wie der Lebensstandard, den sie damit erzielen.

In der gesamten Geschichte hat technischer Fortschritt strukturelle Veränderungen, aber niemals zu weniger Beschäftigung geführt. Das gilt auch für die Digitalisierung. Schon vor zwanzig Jahren haben zwei Drittel der deutschen Arbeitnehmer regelmäßig mit dem Computer gearbeitet. Und seitdem ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hierzulande deutlich gestiegen. Ähnliches beobachten wir auch in unserem eigenen Geschäft: In sämtlichen Betrieben, die unsere Roboter in der Produktion einsetzen, werden auch überproportional viele neue Jobs geschaffen. Und diese Jobs sind dann meist deutlich ergonomischer, abwechslungsreicher, oder interessanter als in der Vergangenheit.

Deshalb sollten wir uns auf eine Zukunft freuen, in der Maschinen uns anstrengende, monotone, und insbesondere gefährliche oder gesundheitsschädliche Aufgaben abnehmen und Menschen Hand in Hand mit Robotern arbeiten und dabei ihre jeweiligen Stärken optimal einsetzen können.

Dr. Rainer Bischoff arbeitet mit seinem Team daran, die großen gesellschaftlichen Herausforderungen
einer nachhaltigen Produktion und des demographischen Wandels mit Hilfe roboterbasierter Automatisierung zu lösen. Dabei steht der Mensch im Mittelpunkt. Als Leiter der Konzernforschung bei KUKA, einem der weltweit führenden Anbieter von Robotik, ist er für die konzernweite Forschung und Vorentwicklung von neuen Technologien verantwortlich und verfolgt das Ziel, dass Robotersysteme noch autonomer und intelligent agieren können.

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