Die Zukunft der Arbeit als Summe vieler Zukünfte begreifen

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Die Zukunft der Arbeit zu bestimmen und sie treffend vorauszuahnen, ist wie Seiltanzen im Nebel. Es ist schön, wenn man sich in die richtige Richtung bewegt, weil man seine Schritte klug und richtig setzt. Leider kann es einem aber auch sehr gut passieren, dass man trotzdem daneben tritt – und dann schmiert man richtig ab. Das passiert umso eher, je weiter voraus man zu blicken versucht. Mark Twain warnte eben leider zu recht: „Prognosen sind eine schwierige Sache – vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen“.

Zu dieser ganz grundsätzlichen Herausforderung kommt nun noch eine besondere dazu: Die Zukunft der Arbeit gibt es natürlich gar nicht. Es gibt viele verschiedene Zukünfte, die sich mal gegenseitig verstärken, sich mal widersprechen, die mal parallel verlaufen und sich ein anderes Mal ineinander verschränken.

Es gibt zum Beispiel die Zukunft der Technologien – neue Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz, der Robotik, bei der Spracherkennung, in VR/AR – die schon heute die Arbeitswelt von morgen prägen, indem sie neue Werkzeuge bieten. Es gibt die Zukunft der Berufsbilder und Geschäftsmodelle, die dadurch radikal verändert und hinterfragt werden – während enorme Möglichkeiten für neue entstehen. Es gibt die Zukunft der Unternehmen, die immer mehr (auch kognitive) Tätigkeiten automatisieren können und dennoch in einem heißen Wettbewerb um die Talente stehen, die sie brauchen. (Oder gerade deswegen?) Es gibt die Zukunft des Büros und der Arbeitsorganisation, die sich fundamental verändern müssen, weil es die Erwartungen und Einstellungen der Menschen am Arbeitsplatz ebenfalls tun. Es gibt die Zukunft der Arbeitsverteilung und des Arbeitsmarktes, der sich immer rasanter wegbewegt von der alten Idee (vor allem der Realität) des Normalarbeitsverhältnisses, es gibt die Zukunft des…

Sie merken schon: Man könnte diese Liste noch lange weiterführen. Am Ende könnte man erschöpft das Handtuch werfen und sagen: Sich mit all diesen Dingen gleichzeitig zu beschäftigen – das führt doch eh zu nichts. Und das wäre sogar verständlich. Ein Fehler wäre es trotzdem. Denn all diese Themen sind ja für sich genommen schon wahnsinnig spannend! Und: Nur, wenn man die Zukunft der Arbeit als Querschnittsthema begreift, als die Summe vieler Zukünfte also, wird einem klar, dass genau zwischen den einzelnen Vertikalen, zwischen den Themen und zwischen Disziplinen das stattfindet, was man am ehesten als die Zukunft der Arbeit bezeichnen kann.

Daher freut es mich sehr, dass der Adobe Think Tank, dessen Gastgeber und Moderator ich am kommenden Dienstag bin, das Thema mit ganz unterschiedlichen spannenden Teilnehmern aus ganz unterschiedlichen spannenden Perspektiven beleuchten wird. Denn auch wenn es schwierig ist und man beim in die Zukunft schauen auch mal abschmieren kann – es gibt keine Alternative. Nur wer sich mit der Zukunft der Arbeit beschäftigt, kann sie auch gestalten. Allen anderen wird sie nur passieren.

Den Livestream zum Adobe Think Tank erneut ansehen: http://berlin.adobethinktank.com/


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Posted on 06-23-2017


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