Wenn Mensch und Maschine zusammenarbeiten, steht das Nutzererlebnis im Vordergrund

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Seit der Erfindung der ersten Werkzeuge besteht menschliche Arbeit zu großen Teilen aus der Interaktion mit vom Menschen erdachten Hilfsmitteln und Gerätschaften. Im Laufe der Jahrtausende wurden die Werkzeuge langsam aber stetig besser und schließlich immer komplexer. Spätestens mit der Industrialisierung und schließlich mit der Digitalisierung sind Maschinen zu den wichtigsten Werkzeugen des Menschen geworden.

Jeder einzelne Innovationsschritt in diesem Prozess hat menschliche Arbeit erleichtert, vereinfacht oder ganz überflüssig gemacht. Ein gewisser Teil der dadurch freigesetzten Arbeitszeit floss stets in neue Innovation, was dem Prozess ein eigenes Momentum verleiht. Grundsätzlich betrachtet hat diese Entwicklung den Menschen von vielen Mühen befreit und gleichzeitig immer neue Arbeit geschaffen.

Erstaunlicherweise erwarten viele Akteure heute, dass sich dieser Langfristtrend grundlegend verändern wird. So wird die Gefahr beschworen, dass künftig nicht mehr genug Arbeit geschaffen werden könnte, um die durch fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung wegfallende Beschäftigung zu ersetzen. Die Maschinen führten demnach quasi ein Eigenleben, weitgehend ohne Interaktion mit Menschen.

Tatsächlich sehen wir bei digitalen Interfaces einen Trend zur Vereinfachung. Die zunehmende Komplexität der Maschine wird unter immer neuen Schichten verborgen, die Technologie nahbarer machen: vom Lochstreifen über das Terminal, Fenster und Maus bis Touchscreen, Gesten- und Spracherkennung. Schließlich wird das Interface zu einer unsichtbaren Hülle, in der sich der Nutzer bewegt.

Die Consumerization der IT hat Standards für User-Centered Design geschaffen, hinter die wir heute nicht mehr zurückgehen können. Wer privat ein Smartphone und digitale Produkte nutzt, der will am Arbeitsplatz nicht zurückgeworfen werden in frühere Nutzungsparadigmen. Er erwartet konsequent auf ihn als Nutzer ausgerichtete Werkzeuge, mit den gleichen Standards, die er als Konsument digitaler Produkte gewohnt ist.

Die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine wird nebenläufig, die Interaktion auf das Wesentliche reduziert. Das Nutzererlebnis steht im Vordergrund. Was für digitale Produkte gilt, das gilt auch für digitale Werkzeuge und Maschinen. Eine gute User Experience zeichnet sich durch die Dimensionen Utility (Nutzen), Usability (Benutzbarbeit) und Desirability (Attraktivität) aus.

Durch die Digitale Transformation wird die Wertschöpfung digitalisiert. Das betrifft alle und alles – Menschen, Branchen, Produkte, Leben, Jobs. Wenn also die Wertschöpfung digital wird, dann müssen es die Jobs auch werden. Genauer gesagt: Menschen brauchen Jobs, die (noch) nicht digital substituiert werden können. Und dafür braucht es menschlichen Erfindungsreichtum – wie schon immer.


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Posted on 06-23-2017


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